Einsatz in vier Wänden – Wenn die Uni auseinanderfällt …

Im Hebbelhörsaal kann man schnell eine Bruchlandung hinlegen, wenn man nicht hinguckt.

Im Hebbelhörsaal kann man schnell eine Bruchlandung hinlegen, wenn man nicht hinguckt. Fotos: Kerstin Tietgen

Betritt man so manchen Hörsaal der CAU, beschleicht einen das Gefühl, dass sich hier seit dem Bau der Universität nichts mehr verändert hat. Was in der Mode vielleicht als Vintage gilt, ist für Studenten oft ziemlich ärgerlich. Zum Beispiel, wenn man sich im Hebbelhörsaal mühsam in die hinteren Reihen drängelt, um noch einen vermeintlichen Platz zu ergattern, und dann feststellt, dass die Sitze abgebrochen sind und man auf der Treppe sitzen muss.

Umso größer ist dann die Verwunderung, wenn wie an der Leibnizstraße 1 ein völlig neues Gebäude errichtet wird, während andere verfallen. Stefan Regis vom ASTA hat folgende Erklärung dafür: “Das neue Gebäude und vor allem der neue Hörsaal wurden dringend gebraucht, weswegen der Neubau höhere Priorität hatte.“ Außerdem sollte das neu errichtete Verwaltungsgebäude als Ausweichraum für die Fakultätengebäude an der Leibnizstraße während der Sanierungsarbeiten dienen, so Dr. Uwe Pfründer vom Gebäudemanagement. Leider kam es aus Geldmangel bisher noch nicht zu dieser Sanierung, weshalb andere Parteien in die Räumlichkeiten einzogen. Die Sanierung der Gebäude an der Leibnizstraße sei allerdings weiterhin geplant und habe hohe Priorität.

Noch ärgerlicher dürften die Studenten und Mitarbeiter der Geowissenschaften sein, die zum Teil Seminar und Büroräume auf Grund des starken Schimmelbefalls schließen mussten. In die sogenannten Angerbauten an der Ludwig-Meyn Straße lief Regenwasser durch die Fassade, woraufhin sich Schimmel ausbreitete. Derzeit wird die Sanierung der Angerbauten geplant, und für den Übergang werden Notlösungen gefunden.

Die Fachschaft äußert sich zu den bisherigen Arbeiten positiv: “Neu ist nichts, aber aus dem Alten wurde das Beste herausgeholt. Wir sind zufrieden.“ Dem kann Dr. Uwe Pfründer vom Gebäudemanagement nur bedingt zustimmen. Noch sei die Fassade nicht saniert, sondern auf der Wetterseite mit einer Art Regenschirm versehen worden, damit die Räume innen nicht weiter verschimmeln. Man werde zunächst die Frage klären, wie die Fassaden am erfolgreichsten instand gesetzt werden können. Ein Gebäude soll zur Probe saniert werden – und dessen Beispiel könnten dann alle anderen folgen. Die Kosten zur Renovierung der Angerbauten und der Fakultätengebäude belaufen sich auf je etwa 20 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang ist man auf Geld des Landes angewiesen, um dem Sanierungsstau endlich entgegenzuwirken, denn bisher habe dieser sich noch lange nicht gelöst, so Pfründer.

Ein Flur in den Angerbauten

In den Angerbauten: Hier wurde der Schimmel bereits von den Wänden entfernt. Bald wird neu verputzt.

Die Ausbesserung der Hörsäle schreitet hingegen zügiger voran. Diese wird mit Mitteln aus dem Hochschulpakt (HSP) finanziert und reicht von der Bereitstellung eines Beamers bis hin zur völligen Sanierung. Es besteht also Hoffnung für die Besucher des Hebbelhörsaals, in naher Zukunft auch in den letzten Reihen sitzen zu können.

5 Gedanken zu „Einsatz in vier Wänden – Wenn die Uni auseinanderfällt …

  1. Frederik

    Hallo Leute,

    ich schreibe hier mal einen Kommentar, da ich auf der Seite sonst nichts finde, wie ich euch kontaktieren soll.

    Wir von „Herr Albrecht trägt grün“ sind ein Projekt, das aus dem Changemaker Curriculum der Uni Kiel hervorgegangen ist und einer der Gewinner des „Yooweedoo-Ideenwettbewerbs“ ist.
    Unser Ziel ist es, eine neue Kollektion für den Uni-Shop der CAU auf den Weg zu bringen, die in einem neuen Design erscheint und sozial sowie ökologisch fair produziert wird.
    Hierzu haben wir einen Designwettbewerb ins Leben gerufen, bei dem jedermann dazu aufgerufen ist, seinen Vorschlag einzureichen, über den dann CAU-Studierende abstimmen können.
    Die Einreichungsfrist für Designs läuft noch bis zum 9. Juni. Im Anschluss daran wird eine Vorauswahl durch eine Jury stattfinden, so dass dann die Studenten über diese Auswahl von Designs abstimmen können.

    Wir brauchen möglichst viele Designvorschläge, damit die Uni am Ende eine neue Kollektion auf den Weg bringt. Vielleicht habt ihr Lust darüber zu schreiben?
    Gerne kann ich euch auch unsere Pressemappe zusenden.

    Freue mich auf eure Kontaktaufnahme, viele Grüße
    Frederik

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  2. Marina Wirth

    An dieser Stelle möchte ich doch nochmal die Wasserfälle und das malerische Geplätscher in der Tropfsteinhöhle am Botanischen Garten (oft auch als Bioturm bezeichnet) erwähnen, in der die als Regenwasserauffangbehälter missbrauchten Mülleimer von den Studenten täglich großräumig umschifft werden müssen. Wer an dieser Stelle glaubt es würde sich hierbei um ein überspitzte Darstellung handeln, ist gerne eingeladen diese Örtlichkeit selbst zu besuchen.
    Angemessen Kleidung (Gummistiefel und Friesennerz) werden empfohlen.

    Schöne Grüße

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  3. Lukas

    Hallo Zusammen,

    also um öffentlichge Gebäude zu sanieren benötigt man Geld! Dieses Geld wächst nicht am Baum. Ich verstehe sehr gut, warum erst einmal ein anderes Gebäude gebaut werden muss, um die Sanierung der Uni anzufangen. Liebe Leute, ich verstehe immer nicht, warum manche Leute nicht über den Tellerrand schauen können. Naklar ist es ärgerlich, wenn man als Student auf den Treppen sitzen muss, aber um das zu vermeiden, würde ich sagen, kommt einfach auch mal nicht auf den letzten drücker. Naklar ist es gefährlich, wenn Gebäude schimmeln und dies muss man dann schließen, damit sie den Schimmelbefall entfernen können.

    Man muss im Bereich des Gebäudemanagements kompromisse eingehen! Sowie überall im Leben!

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