Fleisch ist mein Gemüse, Gemüse ist mein Fleisch?

Vor ein paar Tagen berichtete Kerstin bereits vom letzten Green Day und holte dabei auch verschiedene Stimmen zum vegetarischen Mensa-Tag ein. Ich möchte an dieser Stelle mal meine persönliche Meinung als „Fleischfresser“ zu diesem Thema loswerden – und eine Lanze für vegetarisches Essen brechen.

Vegetarisch ist lecker und vielfältig. Warum also nichts ausnahmsweise mal statt Hackfleisch- eine Gemüselasagne?

Vegetarisch ist lecker und vielfältig. Warum also nicht ausnahmsweise mal statt Hackfleisch- eine Gemüselasagne? Foto: Marianne J. / pixelio.de

Ich esse wirklich gerne Fleisch, manchmal gibt es einfach nichts Besseres als ein schönes Schnitzel, und auch auf das mittlerweile fast obligatorische Fischbrötchen möchte ich nicht verzichten. Ich kann jedoch nicht diese ablehnende Haltung vieler Fleischkonsumenten gegenüber einer vegetarischen und veganen Ernährungsweise nachvollziehen. Im Zuge der aktuell stattfindenden StuPa-Wahlen wirbt die CAmpus Union provokativ mit der Abschaffung des Veggie Days. Viele teilen diese Meinung. Gewirkt hat der Spruch auf den Wahlplakaten auf jeden Fall, das Thema ist in aller Munde.

Green Day vs. Meat Day

Ich frage mich aber, was an einem vegetarischen Tag im Monat so schlimm sein soll. Auch die Argumentationen der Green-Day-Gegner leuchten mir nicht sonderlich ein. Ich habe mich mit einigen Freunden unterhalten und zusätzlich diverse Diskussionen auf Facebook beobachtet. Ein gern verwendetes Statement ist dabei: „Wenn es einen Green Day gibt, sollte es auch einen Fleischtag geben!“ – Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn. Ein Green Day schließt uns Fleischkonsumenten nicht vom Mensaessen aus. Ein „Meat Day“ hieße aber im Umkehrschluss, dass sämtliche Vegetarier und Veganer an diesem Tag leer ausgehen müssen, da sie Fleisch ablehnen (sei es aus Überzeugung oder aus gesundheitlichen Gründen oder warum auch immer, es ist ja auch eigentlich völlig egal).

Bevormundung beim Essen?

Natürlich, es geht ums Prinzip, wir möchten uns nicht bevormunden lassen bei unserer Ernährung, dieses Argument kommt als nächstes. Nun muss aber bedacht werden: An einem regulären Mensa-Tag gibt es in der Regel ein vegetarisches Mensaessen. Nicht sonderlich viel Auswahl für die Vegetarier unter uns, oder? Werden diese also nicht im Grunde genommen immer in der Mensa bevormundet? Und ganz ehrlich, wie schlimm ist es, einmal (!) im Monat ausnahmsweise mal kein Fleisch zu essen? Probiert doch stattdessen mal Tante Käthes Kartoffel-Camembert-Auflauf!

Ein ausgewogener Speiseplan als Alternative?

Eine mögliche (und vielleicht auch die fairste) Lösung wäre ein ausgewogener Speiseplan mit gleichermaßen vegetarischem, veganem und fleischhaltigem Essen. Eine vegetarische Speise am Tag, finde ich als Fleischesser jedenfalls, ist zu wenig. Da komme ich schnell in die Bredouille, wenn mir die Fleischgerichte für heute nicht zusagen, aber das einzige vegetarische Gericht Pilze (igitt) enthält.

Alles in Maßen

Ich denke aber, dass es bei dem Green Day um viel mehr als nur um die Förderung der Ideologie „Vegetarismus“ gehen soll. Selbst wenn dir Tierschutz nicht so am Herzen liegt, sollte Umweltschutz doch einen gewissen Stellenwert besitzen. Und Zuchtbetriebe verbrauchen nun einmal viele Ressourcen, die man auch sinnvoller anwenden könnte. Man soll ja als Fleischkonsument gar nicht auf sein Steak verzichten, aber das Reduzieren der Mastzucht könnte doch schon viel bewegen.

Und ist es nicht so, dass traditionell auf dem deutschen Esstisch nur einmal die Woche Fleisch serviert wurde? So ein Sonntagsbraten ist einfach nichts Besonderes, wenn es den auch Montag bis Sonnabend gibt. Stattdessen haben wir nun ein „Sonntagsgemüse“ in der Mensa. Oder nennen wir es doch besser „Monatsgemüse“. Aber selbst das ist wohl einigen schon viel zu viel.

 

2 Gedanken zu „Fleisch ist mein Gemüse, Gemüse ist mein Fleisch?

  1. Drachenkater

    Vielen Dank für die netten Worte, ich persönlich finde ja das man den Green Day wieder abschaffen und durch 2 vegetarisch-vegane Gerichte ersetzen sollte.
    Dadurch habe ich als Vegetarier auch mal Auswahl, und den Fleisch(fr)essern 😉 tut es auch nicht weh bzw. sie werden nicht mehr „bevormundet“.

    In Flensburg kenne einige Fleischesser die normal auch gern mal zum vegetarischen greifen, nur am GreenDay aus Trotz die Currywurst nehmen.

    Mit dem einmal die Woche Fleisch hast du (fast) Recht, den Braten gab es traditionell nur Sonntags, aber unter der Woche konnte es durchaus auch mal Bratwurst oder Schnitzel geben, aber eben nicht täglich 😉

    Kölsche Jrüße us Flensborg
    Drachenkater

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