Musik und matsch more

Seit 2010 besuche ich nun schon regelmäßig das Hurricane Festival in Scheeßel. Auch dieses Jahr konnte ich mir dieses Spektakel nicht entgehen lassen – trotz Unwetterwarnungen und Dauerregen.

Das Bändchen in diesem Jahr ist violett.

Das Bändchen in diesem Jahr ist violett. Foto: Dennis Wegner

Donnerstag

Am Donnerstag ging die Reise los. Nach der Uni brachen wir aus Kiel auf und fuhren Richtung Hurricane. Zur selben Zeit war in Scheeßel die Hölle los. Heftiges Unwetter machte den Anreisenden und auch den Organisatoren zu schaffen. Die Parkplätze waren am Abend aufgeweicht, so dass geraten wurde, mit der Bahn und besser noch erst am Freitag anzureisen. Wir fuhren deshalb nicht weiter nach Scheeßel. Ein Glück wohnen meine Eltern in einem Dorf etwa eine halbe Stunde entfernt von Hurricane, sodass wir einfach in der alten Heimat übernachten und am nächsten Morgen wieder aufbrechen konnte.

Freitag

Jetzt soll’s aber losgehen. Schnell noch ein paar Gummistiefel eingepackt und ab geht die Post! Die Idee mit den Gummistiefeln war Gold wert. In Scheeßel angekommen sehen wir zahlreiche Festivalbesucher die Schuhgeschäfte der Kleinstadt bevölkern, und tatsächlich ist das Festivalgelände fast komplett im Matsch versunken. Da wir erst am Nachmittag den Zeltplatz erreichten, hatten wir Probleme, genug Platz für unsere zwei Zelte zu finden. Wir quetschten uns einfach irgendwo hin, wo noch ein bisschen Grünfläche zu sehen war. Leider verpasste ich die erste Band, die ich sehen wollte, OK Kid, weil wir noch mit dem Aufbau des Zeltlagers beschäftigt waren. Dann ging es aber endlich los zu den Konzerten, nach dem Konzert von The Hives suchten wir ein trockenes Stück Boden, um zum Auftritt von Billy Talent unsere Füße auszuruhen. Ich war überrascht, wie textsicher ich die Songs dieser Band noch mitsingen konnte, obwohl ich sie seit vielen Jahren nicht mehr gehört hatte. Dann schnell einmal rüber zur anderen Bühne, um den Klängen von Portishead zu lauschen, bevor dann auch schon der große Headliner des Festival anstand: Rammstein.

Was für eine Show! Mit viel Pyrotechnik, Flammenwerfern und grotesken Einlagen legt Rammstein die krasseste Bühnenshow des Festival ab, ohne Frage. Als Kontrast folgt daraufhin, etwas nach Mitternacht, das Konzert von Sigur Rós. einfach nur schön. Dann wird’s aber auch schon Zeit, sich völlig müde ins Zelt zurückzuziehen. Zum weiteren Feiern ist für mich keine Energie mehr übrig.

Essentiell fürs Hurricane: Gummistiefel und Dosenravioli

Essenziell fürs Hurricane: Gummistiefel und Dosenravioli. Foto: Dennis Wegner

Sonnabend

Die interessanten Konzerte am Sonnabend begannen für mich erst am Abend. Solange verkroch ich mich in unserem Zeltlager und suchte Schutz vor dem Regen. Zu Bloc Party kam ich leider etwas verspätet, sodass ich nur die zweite Hälfte dieses tollen Konzerts mitbekam. Bei stetigem Regen sah ich mir dann Of Monsters and Men an. Nette Band, aber niemals so gut wie Arcade Fire, mit denen sie oft verglichen werden. Dann folgte der Höhepunkt des Tages für mich, die Editors. Ein toller Auftritt! Danach wollte ich schon zufrieden zurück ins Camp laufen, traf jedoch zufällig einen guten alten Freund, mit dem ich mir noch die Headliner des Sonnabends, Arctic Monkeys, und daraufhin noch Deichkind ansah. Der Sound bei Deichkind war schlecht, aber auch mit guter Technik wäre das Konzert langweilig gewesen. Diese Band ist absolut überbewertet.

Blue Stage

Die Blue Stage auf dem Hurricane Festival, auf der am Sonnabend die Editors auftraten. Foto: Dennis Wegner

Sonntag

Üblicherweise ist das Wetter auf dem Hurricane am Freitag und Sonnabend gut, am Sonntag hingegen furchtbar. Diesmal war es umgekehrt. In der prallen Sonne holte ich mir schnell einen Sonnenbrand, ab und zu gab es leichten Nieselregen, aber wen stört der denn jetzt noch? Viele Festivalhighlights standen für mich an diesem Tag an. Los ging es nachmittags mit Macklemore & Ryan Lewis. Großartiger Auftritt mit hohem Unterhaltungswert, da kam das Konzert mir leider, wie so oft, viel zu kurz vor. Alt-J waren für mich eine große Überraschung. Dass die Band total spitze ist, war mir schon lange klar, aber wie unglaublich gut die vier Briten live sind, hätte ich nie gedacht. Anschließend sah ich endlich Two Door Cinema Club, eine Band, die ich schon so oft auf dem Hurricane verpasst habe. Ein Konzert von TDCB ist besser als jeder Discobesuch, da macht selbst das Tanzen in Gummistiefeln Spaß.

Für mich das beste Konzert des Festivals: The Smashing Pumpkins. Foto: Dennis Wegner

Für mich das beste Konzert des Festivals: The Smashing Pumpkins. Foto: Dennis Wegner

Den krönenden Abschluss bildete dann meine Lieblingsband, The Smashing Pumpkins. Darauf habe ich so lange gewartet. Trotz einiger technischer Probleme waren sie einfach hervorragend, fast alle meiner Lieblingssongs wurden gespielt. Mittendrin erschien dann auch noch ein Regenbogen am Horizont. Was für ein gelungener Abschluss.

Ein schöner Regenbogen während des Konzerts der Smashing Pumpkins. Foto: Dennis Wegner

Ein schöner Regenbogen während des Konzerts der Smashing Pumpkins. Foto: Dennis Wegner

Zu den Queens of the Stone Age habe ich es dann nicht mehr geschafft. Ich musste früher abreisen, weil ich Montag wieder in der Uni sein musste. Das erste, was ich tat, als ich zu Hause ankam: duschen. Um dann müde und glücklich ins Bett zu fallen. Nun bin ich wieder in der Zivilisation, bis zum nächsten Jahr, Hurricane!

3 Gedanken zu „Musik und matsch more

  1. Tobias

    Sehr schöner Bericht zum Festival Wochenende. Meiner Meinung muss das auch jeder einmal mitgemacht haben – egal ob bei schönen oder schlechtem Wetter 🙂
    Ich besuche immer das Huricane Schwesterfestival – Southside, da es bei mir im Süden kürzer ist. Sehr begeistert war ich dieses Jahr von Macklemore. Einer der besten Acts auf dem Festival!

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  2. Pingback: Ein wunderschöner Abschluss der Festival-Saison | KN-collegeBlog

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