Tante Käthes Chili con Carne

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Ein großer Topf Chili con Carne für wenig Geld und mit geringem Aufwand – ganz einfach selbst gemacht!

Am Dienstag in der letzten Woche war ich für euch in der Mensa 2 und habe die Chilisuppe probiert. Ich war erstaunt, wie günstig ein Gericht, das hauptsächlich aus Fleisch besteht, sein kann. Inklusive eines halben Baguettes lag der Preis bei unglaublichen 1,30 €. Ich finde das schon fast zu günstig und war daher etwas skeptisch.

Die Schlange in der Mensa für die Chilisuppe war die längste – klar, das lag vermutlich daran, dass es das preiswerteste Gericht war, das an diesem Tag angeboten wurde. Hinzu kommt, dass wohl jeder Non-Vegetarier zu einem guten Chili nicht „Nein“ sagen würde.

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Das Chili aus der Mensa sieht zwar ganz gut aus, aber geschmacklich war es ein absoluter Reinfall!

Und genau hier liegt das Problem: Das Chili aus der Mensa war alles andere als appetitlich: Es war weder schön scharf noch qualitativ gut.

Zunächst ignorierte ich die Tatsache, dass in meiner ganzen Portion lediglich drei kleine Böhnchen waren, aber als ich dann bemerkte, dass anscheinend mehr Knorpel als Bohnen auf der Zutatenliste standen, hörte für mich der Spaß auf! Der größte Knorpel, den ich wieder ausspucken durfte, war etwa einen Zentimeter groß, was ich ehrlich gesagt ekelhaft finde. Mir war der Appetit vergangen.

Ich habe daran gedacht, wie oft ich schon etwas mit Hackfleisch gekocht habe – egal, ob frisch vom Schlachter oder vom Discounter, und ich versuchte mich zu erinnern, ob ich jemals Knorpel im Hackfleisch hatte… Nein! Das war zuvor noch nie passiert. Da hast du die Antwort auf die Frage, wie man eine große Portion Chili con Knorpel, ähh Carne für 1,30 € anbieten kann.

Ich fragte mich, wie viele Studenten, die sich für das Chili entschieden haben, wohl genauso enttäuscht und angewidert waren wie ich? Dieses Mal hatte ich einen tieferen Beweggrund beim Nachkochen. Dieser Kantinenfraß war unzumutbar – egal, wie günstig er dabei war.

Ich habe beim Discounter eingekauft, und auf meiner beschaulichen Zutatenliste stand Folgendes:

Gemischtes Hackfleisch 400 gr für 2,29 €

2 Zwiebeln ca. 0,30 €

1x Mais aus der Dose für 0,69 €

1x gehackte Tomaten aus der Dose für 0,45 €

1x passierte Tomaten für 0,35 €

2x Kidneybohnen für je 0,35 €

Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Zucker, Paprikapulver, Chilipulver oder Cayennepfeffer oder Sambal Oelek oder frische Chili…

Es ist so einfach, dass ich hoffe, keiner geht jemals wieder zum Chiliessen in die Mensa!

Zunächst in einem großen Topf das gesamte Hackfleisch in etwas Pflanzenöl anbraten. Wenn das Hackfleisch angebraten ist, die beiden grob gehackten Zwiebeln hinzugeben und ebenfalls anbraten lassen. Jetzt die Temperatur drosseln, da die Gewürze, die nun hinzukommen, nicht zu stark anbraten dürfen, da diese sonst schnell bitter werden. Den angebratenen Hackfleisch-Zwiebel-Mix nun anständig salzen, pfeffern und mit Chili- und Paprikapulver würzen. Ich habe von jedem Gewürz ca. zwei Esslöffel hinzugegeben.

Nachdem die Gewürze etwas angeröstet wurden, ungefähr eine halbe Tube Tomatenmark hinzugeben und ebenfalls etwas mitbraten lassen. Als nächstes einen Esslöffel Zucker hinzugeben und karamellisieren lassen.

Tipp: Sobald du Soßen oder Dips mit Tomaten machst, immer etwas Zucker hinzugeben, da der Zucker den Geschmack der Tomaten unterstreicht und verstärkt.

Nun ganz einfach die Tomaten aus der Dose sowie die passierten Tomaten draufgeben und mit einem halben Liter Leitungswasser strecken.

Deckel drauf und nun gilt: Je länger du das Ganze köcheln lässt, umso sämiger und schmackhafter wird dein Chili.

Ich hatte genug Zeit und habe mein Chili ungefähr drei Stunden köcheln lassen.

Zum Schluss habe ich die Kidneybohnen und den Mais in einem Sieb abtropfen lassen und in den Topf gegeben. Die Hülsenfrüchte müssen nicht lange mitkochen, da sie sonst matschig werden. Zehn Minuten im fertigen Chili heiß werden lassen reicht völlig aus.

Abschließend noch einmal abschmecken und ggf. noch nachwürzen.

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Selbstgemachtes Chili con Carne – feurig scharf und ebenfalls sehr preiswert.
Da weiß man, was man isst!

Tipp für Vegetarier: Anstelle vom Hack eignet sich für sämige Suppen am Besten ein Mix aus kleingeraspelten Karotten, Knollensellerie und Zwiebeln. Der Rest erschließt sich aus dem Rezept.

Tipps für ein zweites Gericht mit Chili con Carne: Chili am nächsten Tag mit dem restlichen Tomatenmark andicken und erhitzen.Tortilla-Wraps damit füllen und mit Salat, Schmand und Mozzarella verfeinern. Oder mach‘ dir Pizzateig und verteile die angedickte Chilimasse ca. 1 cm dick auf dem Teig, Käse darüber und fertig ist die selbst gemachte Tex-Mex-Pizza.

Ich hoffe, ich konnte euch überzeugen, banale Gerichte wie ein einfaches Chili selbst zu kochen und auf Chili con Knorpel in der Mensa zukünftig zu verzichten.

Eure Käthe

 

 

 

 

 

 

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Katrin Burmeister

Über Katrin Burmeister

Katrin Burmeister (25), studiert Geschichte und Philosophie an der CAU.
Sie lebt seit fünf Jahren zusammen mit ihrem Freund in Kiel, kommt ursprünglich aus Bordesholm und arbeitet nebenberuflich bei H&M. „Ich bin eine ambitionierte Hobbyköchin, und wären die Arbeitszeiten des Kochs nicht so exorbitant nervig, wäre ich ganz sicher schon im Beruf gelandet.“ Im KN-CollegeBLOG will sie Mensaessen günstig, aber lecker nachkochen und die Rezepte dazu liefern.

3 Gedanken zu „Tante Käthes Chili con Carne

  1. ich

    Oh ja, Chili con Knorpel kenne ich, das ist echt eklig in der Mensa, dabei ist ein schönes Chili wirklich nicht schwer… Danke, dass du auch anderen das selberkochen näher bringst.
    Und als Tipp für alle Kochmuffel: Selbst Chili mit der MaggiFix-Tüte schmeckt besser als in der Mensa und ist dazu mehr als Idiotensicher und verdammt schnell, kommt allerdings an selbstgemacht nicht heran.

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  2. Jens

    Ich habe mich ebenfalls aufgrund des miserablen Kantinenessens vor 4 jahren für das Kochen zu Hause entschieden. Grade das Chilli ist mit relativ wenig Aufwand ultralecker und super günstig. Die Portion reicht meist für mehrere Tage und ist aufgewärmt sogar noch leckerer 🙂
    Vielen Dank für deinen kleinen, netten Beitrag hier 😉
    Den Tipp mit dem Zucker kannte ich so noch nicht.

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