Warum haben Harry Potters Kinder so seltsame Namen?

Diese Frage stellt sich so mancher Bücherwurm, nachdem er den letzten Band der Buchreihe um den Zauberlehrling mit der Blitznarbe aus der Hand legt. Gingen der Autorin die Ideen aus, oder warum recycelte sie nahezu alle Namen, die die nächste Generation der Zauberer-Kinder trägt?

Walter Moers' Käpt'n Blaubär und seine Zamonien-Romane werden auf literaturwissenschaft-online unter die Lupe genommen. Foto: Dennis Wegner

Walter Moers‘ Käpt’n Blaubär und die Zamonien-Romane werden auf literaturwissenschaft-online unter die Lupe genommen. Foto: Dennis Wegner

Diese und viele weitere Fragen der Weltliteratur werden auf der Website Literaturwissenschaft Online beantwortet. Doch was genau ist dieses Portal eigentlich?

Gegründet wurde die Interseite 2002 von Albert Meier, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität zu Kiel. Professor Meier stellt dort seine sämtlichen Vorlesungen zur Verfügung. Diese können unter anderem wichtige Werke aller Epochen von Barock bis Post-Moderne thematisieren; aber auch eine spezielle Gattung wie aktuell in der Vorlesung Die Geschichte des Romans wird unter die Lupe genommen. Zusätzlich werden die regelmäßig stattfindenden Ringvorlesungen bereitgestellt, die vom Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien initiiert werden. An diesen Ringvorlesungen, die jedes Jahr ein anderes Oberthema behandeln, nehmen zahlreiche Dozenten aus vielen verschiedenen Fachrichtungen teil. Die Ringvorlesung A Thing Called Love aus dem vergangenen Wintersemester beispielsweise behandelte mit Vorträgen zu Romeo und Julia oder auch Casablanca berühmte Liebespaare der Literatur- und Filmgeschichte.

Einer der großen Vorzüge von Literaturwissenschaft Online ist, dass das bereitgestellte Angebot komplett kostenlos und auch fernab vom Hörsaal aufrufbar ist. Weit über die Stadtgrenzen hinaus werden die Kieler Literaturvorlesungen gesehen und gehört. „Auch Deutschlehrer greifen die zur Verfügung gestellten Inhalte auf und bauen diese in ihren Unterricht ein“, berichtet Professor Meier. Für jeden Bücherfreund ist etwas dabei: Es finden sich Vorträge zu Sherlock Holmes, Käpt‘n Blaubär oder dem Tatort, aber auch Feuchtgebiete oder Die Wanderhure werden behandelt. Durchklicken lohnt sich!

Zurück zu Harry Potter: Der Vortragende erklärt die Namenswahl damit, dass Harrys bisher fehlende Familienstrukturen durch die Weitergabe der Namen der Elternfiguren und Wertevermittlern an die nächste Generation kompensiert werden. Harrys Leiden und Verluste der sieben Bände werden im Epilog schließlich mit einem überperfekten Familienmodell belohnt, und „alles war gut“.

Auf den Geschmack gekommen? In diesem Wintersemester werden wichtige Werke der Popliteratur wie American Psycho oder Soloalbum in das Zentrum der Vortragsreihe gerückt. Alle Vorlesungen können live im Hörsaal oder anschließend online miterlebt werden.

05.11.13 – Das popkulturelle Quintett: Tristesse Royale (Albert Meier)
12.11.13 – Bret Easton Ellis: American Psycho (Christoph Rauen)
19.11.13 – Benjamin von Stuckrad-Barre: Soloalbum (Ingo Irsigler)
26.11.13 – Christian Kracht: Faserland (Heinz Drügh)
03.12.13 – Poetik-Vorlesung im Rahmen der Liliencron-Dozentur (Arne Rautenberg)
10.12.13 – ‚Neuestes deutsches Lied‘ (Moritz Baßler)
17.12.13 – Maxim Billder: Der gebrauchte Jude (Bernd Auerochs)
09.01.14 – Peter Handke: Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt (Eckhard Schumacher)
14.01.14 – Wolf Wondratschek: Chuck’s Zimmer (Hans-Edwin Friedrich)
21.01.14 – Rainald Goetz: Abfall für alle (Claus-Michael Ort)
28.01.14 – Frank Goosen: So viel Zeit (Dirk Niefanger)
04.02.14 – Rolf Dieter Brinkmann: Acid / Westwärts 1&2 (Ole Petras)

Jeweils dienstags um 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr, Olshausenstraße 75, Hans-Heinrich-Driftmann-Hörsaal
Am 09.01.14 Leibnizstraße 1, Klaus-Murmann-Hörsaal

http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/

Ein Gedanke zu „Warum haben Harry Potters Kinder so seltsame Namen?

  1. Roswitha Richter

    ich hätte gern Kontakt, möglichst telefonisch, mit Dennis Wegner. ich brauche seine Unterstützung. Danke Roswitha Richter

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