Das „Loch“ nach der Bachelorarbeit

Letzte Woche habe ich endlich meine Bachelorarbeit abgegeben. Sehr lange habe ich auf diesen Moment hingearbeitet und mich sehr auf die Erleichterung und die viele freie Zeit nach der Abgabe gefreut. Leider stellt sich dieses Gefühl noch nicht ein und frei nach dem Motto „Freizeit? Was ist das?“ sitze ich in einem tiefen Loch nach einer langen, anstrengenden Phase und frage mich, wie ich dort herauskomme.

Foto: Sabrina Aust

Foto: Sabrina Aust

Das Gefühl, die Bachelorarbeit von über 100 Seiten endlich abgegeben zu haben, war im ersten Moment großartig. Freudig und erleichtert fuhr ich, nachdem ich die Arbeit im Prüfungsamt der Fachhochschule abgegeben hatte, nach Hause und setzte mich wie gewohnt an meinen Schreibtisch. Aber was mache ich jetzt überhaupt hier? Während ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe, habe ich alle Tage in Schreib- und Nicht-Schreib-Phasen eingeteilt. Nun bestehen aber alle Tage aus Nicht-Schreib-Phasen und ich weiß nichts mit mir anzufangen. Nach kurzer Überlegung fallen mir all die Dinge ein, die ich während meines Schreibstresses in den letzten Wochen nicht erledigen konnte: Wohnung putzen, Bewerbungen schreiben, Telefonate führen und und und. Zwar habe ich eine ganze Menge zu erledigender Dinge auf dem Zettel, kann mich aber nicht wirklich aufraffen, etwas davon in Angriff zu nehmen. Ich beschließe, erst einmal einen Mittagsschlaf zu machen, den habe ich mir ja wohl nach zahlreichen Nachtschichten, in denen ich an meiner Thesis gearbeitet habe redlich verdient! Als ich aufwachte war es schon später Nachmittag und ich war immer noch müde und total kaputt. Die Euphorie vom Vormittag war längst verflogen und ich fühlte mich leer. Schließlich begann ich, wie wenn ich versuche mich von lästigen Hausarbeiten abzulenken, meine Wohnung auf Hochglanz zu polieren. Als ich mich am folgenden Tag jedoch beim Fenster putzen erwischte ging das eindeutig zu weit und ich versuchte mir einen Plan zu machen, um ein gewisses Gleichgewicht nach der Hochleistungsphase wieder herzustellen. Jetzt, wo schon ein paar Tage nach der Abgabe vergangen sind, verfalle ich immer mehr ins Grübeln und male mir die schrecklichsten Szenarien aus. Was ist, wenn ich nur Müll geschrieben habe? Bin ich vielleicht sogar durchgefallen?

Nun versuche ich alle Aktivitäten etwas ruhiger anzugehen, mich auch mal „sinnlosen“ Sachen hinzugeben und vor allen Dingen viel Sport zu machen. So versuche ich Stück für Stück Abstand zu der Arbeit zu gewinnen, um sie objektiver betrachten zu können. Außerdem versuche ich intensiv angenehme Aufgaben mit weniger angenehmen zu vermischen, um nicht wieder in einer extreme Stresssituation zu geraten. Das sonnige Wetter und viele Freunde helfen mir sehr dabei, aus dem Loch herauszukriechen.

Eine kurze Suche im Internet ergab, dass ich nicht die einzige bin, die diese Phasen nach extrem stressigen Zeiten hat: https://studienservice.de/thema/49708/.

 

 

2 Gedanken zu „Das „Loch“ nach der Bachelorarbeit

  1. Piotr

    Wenn man sich an das tägliche Bachelorarbeit Schreiben gewöhnt hat, kann man danach durchaus in ein „Loch“ fallen. Zu grübeln, hilft da auch nichts mehr – man hatte seine Chance und diese muss man gut ausnutzen. Mittlerweile ist ja schon beinahe ein Jahr vergangen. Was ist bei der Bachelorarbeit rausgekommen?

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