Depression: Guter Rat ist wichtig

(Foto: Sander van der Wel, Wikimedia Commons)

(Foto: Sander van der Wel, Wikimedia Commons)

Depressionen sind für das bloße Auge nicht zu erkennen. Wie unterschiedet man zwischen temporärer Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und pathologischen Depressionen? Was ist der richtige Umgang mit den Leidtragenden? Den Erkrankten den Rücken stärken, eine Lobby für sie bilden, das sind nur Teilaspekte der Beratung für Studierende mit Beeinträchtigung und/oder chronischer Erkrankung, des AstA Kiel.

Diese sind allerdings sehr wichtig. Die Hilfesuchenden sollen zunächst aufgefangen werden, dafür sorgt Diana Kauffmann. Sie arbeitet seit 15 Jahren für den AstA Kiel. Anfänglich in der Bafög- und Sozialberatung, dann beriet sie Studierende mit Kind. Seit 2013 gibt es die (kostenlose) Beratung für Beeinträchtigte in der AstA-Wohnung an der Leibnizstraße.

Beeinträchtigt ist, wer sich beeinträchtigt fühlt. Eine Diagnose ist nicht nötig und wird auch von Diana Kaufmann nicht gestellt. Bei ihrer Beratung handelt es sich nicht um eine Therapie. Vielmehr geht es darum, den Alltag zu strukturieren und Schwierigkeiten zu überwinden. Ihr Ziel ist, jedem Ratsuchenden dabei zu helfen, „den Berufsabschluss zu erreichen, der zu ihm oder ihr passt“.

Dazu unterstützt sie den Ratsuchenden dabei, sein Studium zu organisieren. Oftmals kommen die Studierenden erst zu ihr, wenn es fast zu spät ist. Nach einer endgültig nicht bestandenen Prüfung zum Beispiel. Die Beratung hilft dann, die Härtefallregelung anzuwenden. An wen muss ich mich wenden, wie funktioniert dieser Vorgang? Die Beratung des AstA hilft weiter. Außerdem vermittelt Diana zwischen den Studenten und den zuständigen Stellen der Universität.

„Die gesellschaftliche Akzeptanz psychischer Erkrankungen ist mangelhaft“, sagt Diana Kaufmann. Von manchen kommen durchaus Sätze wie „Burn-out hat heute doch jeder“, die Betroffenen trauen sich mit ihrer Erkrankung nicht an die Öffentlichkeit. Ihr Leiden ist für die Umwelt nicht sichtbar, sie werden nicht wirklich wahrgenommen. Daher kommen auch viele Studierende vor einer Diagnose zur Beratungsstelle, der Gang zum Arzt kostet Überwindung. Doch auch dazu motiviert die Beratung.

Zwar kommen überwiegend psychisch Erkrankte in die Beratungsstelle, dennoch wird auch bei anderen Leiden Hilfe angeboten: bei Morbus Crohn, Rheuma oder Tumorerkrankungen beispielsweise. Die Begleitung aufs Amt wird allerdings nur psychisch Erkrankten angeboten. Diese müssen beispielsweise erlebte Traumata fürs Amt beschreiben, bei dieser persönlich belastenden Erfahrung steht ihnen Diana zur Seite.

 

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Diana und ihr Kollege Roland (Foto: AstA Kiel)

Für ihre Arbeit ist ein großes Netzwerk nützlich, und ein solches konnte der AstA aufbauen. Diese Beratungsangebote in Kiel sind dabei bundesweit eine Seltenheit, so Diana Kaufmann. Zusamenarbeit besteht beispielsweise mit dem AstA Flensburg und Lübeck sowie dem Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZiP), dem psychosozialen Dienst sowie allen Frauenberatungsstellen. Die richtige Hilfe für jeden Hilfesuchenden kann also vermittelt werden. Manche Klienten begleitet Diana durch ihr gesamtes Studium. Ratsuchende kommen auch von der Fachhochschule oder der Muthesius Kunsthochschule in Kiel sowie den Unis in Lübeck und Flensburg. Abgewiesen wird niemand, und die Tür bleibt offen, egal was passiert. Allerdings ist die Auslastung mit zwei bis drei Beratungen pro Woche schon bereits nah am Limit. Dem Budget sind enge Grenzen gesetzt. Diana Kaufmann ist erst seit 2009 fest angestellt, nachdem sie davor zehn Jahre ehrenamtlich für den AstA gearbeitet hatte.

Sie selbst zieht eine positive Bilanz. Im Kern ihrer Arbeit geht es darum, ein offenes Ohr zu haben und denen, die zu ihr kommen, den Rücken zu stärken. Und damit ist sie zufrieden. Selten kappt etwas nicht. Wer Rat sucht, ist bei ihr an der richtigen Stelle.

Hier gehts zur Beratung von Diana Kaufmann

Hier findet Ihr die offzielle Beauftragte für Studierende mit Handicap der CAU

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