Amsterdam für wenig Geld

Abenteuerlust, aber nicht viel Zeit und ein nicht ganz so volles Portemonnaie? Wie wär’s mit einem Kurztrip nach Amsterdam? Die europäische Sin City hat mit ihren verschiedenen Sehenswürdigkeiten, zahlreichen Coffeeshops und jeder Menge Skurrilitäten viel zu bieten. Nach Hausarbeitenmarathon, Schulpraktikum und Uniexkursionen brauchte ich dringend eine kurze Auszeit und machte mich mit meinem Freund – und seinem Auto – auf den Weg nach Amsterdam.

Die ganze Tour wurde sehr kurzfristig geplant, dennoch fanden wir ein Hotel, das trotz vier Sternen, jeden Morgen einem reichhaltigen Frühstücksbüfett und drei Übernachtungen im Doppelzimmer nur 190 Euro kostete. Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wie sich vor Ort herausstellte! Der einzige Nachteil war, dass sich das Hotel im zehn Kilometer entfernten Katwoude befand und nicht direkt in Amsterdam. Aber die Bushaltestelle befand sich direkt vor dem Eingang des Hotels, und im 20-Minuten-Takt konnte man die Stadt in kurzer Zeit erreichen. Ein Hin- und Rückfahrticket kostete 10 Euro pro Person.

Als wir am Donnerstagabend nach der langen Autofahrt das erste Mal die pulsierende Großstadt zu Gesicht bekamen, waren wir begeistert. Alles lebte, und an jeder Ecke gab es etwas Neues zu bestaunen. Beim ganzen Staunen musste man trotzdem auf die Fußgängerzone achten, da dort ganz offensichtlich die Fahrradfahrer regierten. Aus allen Winkeln schossen sie immer wieder überraschend schnell an einem vorbei und ließen laut die Klingel auftönen, wenn man nicht sofort zur Seite sprang. Dass die Holländer viel Fahrrad fahren, ist also definitiv nicht nur ein Klischee.

Nach einer Stärkung in einer Pasta Factory, in der es ausschließlich Nudeln in verschiedenen Varianten gab, zu denen man sich verschiedene Soßen und Extras aussuchen konnte, gingen wir in den legendären Coffeeshop „The Bulldog“. Das einstige Untergrundunternehmen, das im Keller hochgezogen wurde, ist nun zu einem Coffeeshop-Imperium gewachsen. Im Bulldog-Keller findet man noch allerhand historische Anekdoten, die zeigen, mit welchen Tricks man früher mit dem illegalen Drogenkonsum umgegangen ist. Immer, wenn eine Razzia kam, wurde durch einen Kellnerlift eine Orange als Warnung in den Keller geschickt. Heutzutage ist der Marihuanakonsum in Holland legal, was im heutigen Keller des „Bulldog“ zu einer entspannten Atmosphäre führt. Es ist skurril zu sehen, wenn man aus Deutschland kommt, wo Marihuana nicht legal ist, wie die Joints über die Ladentheke wie eine Packung Kaugummi gehen. Ich würde das „Bulldog“ als ein absolutes Must-see in Amsterdam bezeichnen!

Bunte Seitengassen

Bunte Seitengassen

Überraschungskonzert im Hauptbahnhof

Überraschungskonzert im Hauptbahnhof

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel wieder in die große Stadt auf. Doch wo soll man anfangen? In die Heineken-Brauerei, eine Grachtenfahrt oder vielleicht ins Van-Gogh-Museum? Wir entschieden uns für die günstigste, aber auch anstrengendste Variante: Wir gingen zu Fuß die ganze Touristenroute ab und hielten einfach an, wenn uns etwas ansprach. Auf diese Weise hatte man die Möglichkeit, sämtliche Seitengassen von Amsterdam kennenzulernen, die jede Menge zu bieten haben. Wunderschöne Graffiti, die die Stadtmauern schmücken, urige Cafés, an denen alle an einem großen Tisch saßen und Zeitung lasen und man einen unglaublich leckeren Mokka genießen konnte, riesige Musikläden, die an LPs und Cds alles zu bieten haben, was man sich wünschen kann, Käsemuseen, in denen man zahlreiche verschiedene Käsesorten ausprobieren kann und vieles mehr fanden wir während unserer ganz individuellen Sightseeingtour.

Jahrmarkt in der Innenstadt Amsterdams

Jahrmarkt in der Innenstadt Amsterdams

Zwischen Rotlichtdistrikt und Coffeeshops dieser talentierte Straßenmusiker

Zwischen Rotlichtdistrikt und Coffeeshops dieser talentierte Straßenmusiker

Natürlich kann man auch in Kunstmuseen und in die Brauerei oder eine Grachtenfahrt machen, was aber alles sehr teuer ist und wahrscheinlich nur halb so spannend wie eine eigene Erkundungstour. Eine Großstadt sollte man erleben und nicht nur anschauen, und getreu diesem Motto haben wir unseren Urlaub gestaltet. Natürlich fielen immer wieder Kosten für Essen und Getränke an, und natürlich kann man auch in einem riesigen Musikladen nicht widerstehen, aber insgesamt war es auf diese Weise sehr viel günstiger, als wenn man eine Bootsfahrt oder Sightseeingtour gebucht hätte. Nach diesem ungeplanten Treibenlassen haben wir all unsere drei Tage in Amsterdam gestaltet und fuhren entspannt und glücklich mit leckerem Käse im Gepäck wieder nach Kiel.

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