Sommer im Winter – Surfurlaub in Portugal

Eine Mischung aus Schnee und Regen klatschte an die Scheibe des Busses, der mich von Kiel zum Hamburger Flughafen brachte – wie sehr ich mich nach ein paar Sonnenstrahlen sehnte, die ich dann für wenig Geld im März in Portugal finden sollte.

 

Guter Rotwein und Scones mit Blick aufs Meer

Guter Rotwein und Scones mit Blick aufs Meer (Foto: Frederike Jesse)

Surfurlaub stand schon lange auf der To-do- Liste von einer Freundin und mir. Die Überlegungen führten uns über Marokko, Frankreich, Fuerteventura und endeten letztendlich in Portugal. Wir waren beide bereits vorher Wellenreiten, aber noch nie in Portugal. Durch ein Surfcamp, ca. 45 Minuten von Lissabon entfernt, stießen wir auf ein gemütliches Studio in der Kleinstadt Ericeira, welches uns von einem netten Portugiesen namens Alex vermietet worden ist. Knappe 200 Euro kostete uns insgesamt die Unterbringung in diesem hübschen verwinkelten Appartement mit Innenhof, Dachterrasse und Grillecke. Ein Preis, über den man sich nicht beschweren kann! Als wir zwei Stunden zu spät mit unserem Mietwagen endlich unser Ziel erreicht hatten, wurden wir dennoch von dem gelassenen Portugiesen mit einem breiten Grinsen empfangen. Müde fielen wir in unsere Betten und waren gespannt, was uns am nächsten Tag erwartete.

Wir hatten einen festen Surftag für 60 Euro gebucht, der einen privaten Surflehrer und die Miete von Boards und Neoprenanzügen beinhaltete. Ganz klassisch ging es dann mit einem vollbeladenen VW-Bus noch einige Kilometer weiter südlich nach Estoril, da dort die Wellen für uns besser wären, wie unser Surflehrer Joao uns mitteilte. Nachdem wir noch eine Stunde auf die Flut vor Ort warten mussten, ging es dann endlich los. Nach einem kleinen Aufwärmprogramm am Strand frischte Joao unsere bisherigen Surfkenntnisse noch etwas auf, und dann ging es auch schon in die Fluten. Das Meer glitzerte im Sonnenschein wie Gold, und die Bewegung unter freiem Himmel löste einen Glücksrausch aus. Müde, aber sehr zufrieden fuhren wir nach dem Surftag wieder in unser nettes Studio und genossen zum Abschluss dieses Tages ein Glas Rotwein mit Blick aufs Meer.

Der Ort Ericeira ist ein kleiner Fischerort, der mit seiner alten verwinkelten Innenstadt und den blau- weißen Hausfassaden einen ganz besonderen Charme hat. Viele kleine Cafés säumen den Strand, und in den letzen Zügen der Abendsonne tummeln sich viele ältere Portugiesen auf den Bänken und unterhalten sich munter. Die Coffee-to go-Gesellschaft scheint in diesem verwunschenen Paradies wohl noch nicht angekommen zu sein. Die nicht vorhandene Hektik war ideal, um sich selbst von dem Klausurenstress in der Heimat zu erholen und sich einfach nur auf das Wesentliche zu konzentrieren: schlafen, essen, nette Gespräche führen und bewegen.

 

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang (Foto: Frederike Jesse)

Auch für Kulturbegeisterte gibt es rund um Ericeira einiges zu entdecken. Die Kleinstadt Mafra liegt nur knappe zehn Kilometer entfernt und ist bekannt für einen riesigen historischen Palast. Auch Sintra ist eine sehenswerte Stadt, die seit 1995 zum Weltkulturerbe gehört. Ihre Altstadt und die jahrhundertealten Paläste machen die Stadt zu einer Pilgerstätte für Touristen. Auch Lissabon ist nicht weit entfernt und kann als interessantes Tagesausflugsziel dienen.

Als Fazit dieser Reise kann man nur sagen, dass Portugal uns bestimmt noch einmal wiedersehen wird. Besonders neben der Hauptsaison hat die wenig touristenüberlaufene Stadt zu der erhofften Erholung und Ruhe verholfen. Gestärkt durch Sonne, Wind und Wasser kann man nun in den zweiten Prüfungszeitraum starten!

Ein Gedanke zu „Sommer im Winter – Surfurlaub in Portugal

  1. Jens Jesse

    Hallo Gigi,

    es grüßt Dich Dein stolzer Papa. Ganz toll, was Du da zu Papier gebracht hast! Habe erst einmal in aller Ruhe alle Deine Veröffentlichungen durchgelesen und finde Sie richtig gut. Man kriegt richtig Lust, durchzustarten. Bleib dran! Ich drück Dich.

    Antworten

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