Warum Gendering verboten gehört. Eine Polemik

Foto Janssen

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Was wäre, wenn das Studentenwerk SH plötzlich Studierendenwerk hieße? Vermutlich käme ein Tsunami über Kiel, begleitet von Erdbeben, Hurrikans und Vulkanausbrüchen. Und das alles nur, weil die Menschheit es wagen konnte, gegen das von Gott geheiligte Genererische Maskulinum aufzubegehren. Warum Gendering verboten gehört, erfahrt Ihr hier.

Das Generische Maskulinum, wie jeder weiß, kann gleichermaßen für männliche und weibliche Subjekte verwendet werden. Formulierungen wie „Bundeskanzler Angela Merkel“ oder „Schauspieler Marylin Monroe“ sind weitläufig bekannt und lösen bei uns keine Gefühle von Falschheit und dergleichen aus. Wagt nun jemand, die Buchstaben -in an Personenbezeichnungen zu setzen, gerät die Weltordnung in Schieflage, und die Apokalypse setzt ein. Merke also: Verwende stets das Generische Maskulinum!

Aber gehen wir doch einmal etwas genauer auf unser Sprachsystem ein. Das Deutsche verfügt über die Kategorien Genus und Sexus, dem grammatischen und dem biologischen Geschlecht. Die beiden dürfen unter keinen Umständen miteinander vermischt werden! Nicht auszumalen wäre, was passieren könnte, wenn wir diese Regel brächen. Personen, die in einem Satz das Wort „Mädchen“ verwenden und im späteren Verlauf nicht das Pronomen „es“, sondern „sie“ gebrauchen, gehören schlichtweg verprügelt. Auch Formulierungen wie „Die Stadt Kiel ist ein zuverlässiger Arbeitgeber“ sind undenkbar. Allein die Tatsache, dass ich diesen Satz soeben niedergeschrieben habe, bereitet mir großes Unbehagen.

Es gibt Studien, die belegen wollen, dass Genus und Sexus eng miteinander verwoben sind. Dies ist natürlich schlichtweg erstunken und erlogen. Sage ich Fußballspieler, meine ich natürlich immer männliche und weibliche Individuen. Dass ein Großteil der Bevölkerung empirisch nachweisbar bei der Verwendung von Generischem Maskulinum nur an männliche Personen denkt, ist ein Irrtum. Die Gleichbehandlung der Geschlechter in unserem Sprachsystem ist so sicher wie die Existenz von Chemtrails und der Lügenpresse.

Übrigens: Dass wir das Generische Maskulinum und nicht etwa das Generische Femininum haben, ist kein Zufall. Wie jeder weiß, müssen sich Frauen dem männlichen Geschlecht unterordnen. Die Linguistin  pardon, ich meine natürlich der Linguist  Senta Trömel-Plötz kommentierte dies einst mit: „Alles ist solange männlich, bis etwas anderes bewiesen ist.“

Und überhaupt, wo kämen wir denn hin, wenn wir auf einmal Konstruktionen wie das Binnen-I oder Unterstriche und Sternchen in unserer Sprache verwenden würden? Ich lehne sämtliche Sonderzeichen ab, nur Buchstaben dürfen verwendet werden, um die Weltordnung nicht ins Wanken zu bringen. Begriffe wie „Hals-Nasen-Ohren-Arzt“ gibt es in Wirklichkeit gar nicht, da sie Bindestriche und dergleichen enthalten, die es in unserem Alphabet nicht gibt.

Was lernen wir daraus? Gendering verstößt gegen sämtliche irdische und überirdische Regeln. Das Generische Maskulinum ist die manifestierte Gleichberechtigung von Mann und Frau  und die Welt ist eine Scheibe.

2 Gedanken zu „Warum Gendering verboten gehört. Eine Polemik

  1. Petra Petersen

    Liebe AutorIn, ich freue mich, dass Er/Sie/Es etwas sinnvolles in Seinem/Ihrem Studium lernt. Schön auch, dass Er/Sie/Es jegliche Kritik an Ihrem/Seinem neu erworbenen Gedanken-Karussell mit den Schlagworten Chemtrail und Lügenpresse verbindet. Nichts geht über eine totalitäre Ideologie, nicht wahr?

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