Überleben an der Uni: Zehn Tipps für Erstsemester

Erstsemester aufgepasst: Wir haben ein paar wertvolle Tipps für Euch, um den gerade begonnenen Studienalltag zu meistern – darunter auch ein paar nicht ganz ernstgemeinte!

1. Zieht von Zuhause aus

Ihr seid an der Hochschule angekommen – löst euch also von eurem Zuhause! Man muss nicht mit den Eltern auf dem Kriegspfad sein, um sich selbständig in der neuen Umgebung einzurichten. Sowohl die Professoren als auch Studenten empfehlen (da erinnere ich mich noch an meine Einführungstage hier), von zu Hause auszuziehen. An der Universität lernt man zwar  Fachwissenschaftliches, doch letztendlich macht das aus meiner Erfahrung maximal 60% des Gesamten aus – man lernt für sein und das Leben.

Unsere Mit-Bloggerin Denise rät euch zudem noch, die Seminare wirklich nach eigenem Interesse zu wählen ohne die Abhängigkeit von euren Freunden, die eventuell dasselbe Fach studieren. Es ist eurer Studium und nicht ihres. Macht euch frei!

© enterlinedesign – Fotolia.com

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2. Findet die Balance zwischen Pauken und Entspannung

Wenn ihr euer Studium engagiert durchziehen wollt – und davon gehen die meisten Erstsemester noch zurecht aus – ist es unabdingbar, sich eine effiziente Strategie anzueignen, mit der man den gewaltigen Lernstoff bewältigt. Falls das in der Schule noch nicht so eure Stärke war, dann macht euch jetzt dran. Unterstützung dabei können zum Beispiel die Workshop- und Seminarangebote des Career Centers unserer CAU bieten. Schaut dazu einfach mal unter dem Link nach. Wichtig ist  aber auch, auf seine Grenzen zu achten. Unter uns Studenten ist es bekannt, dass in manchen Fächern das „Pillenschlucken“ für die Konzentration in Lernphasen an der Tagesordnung ist. Das muss nicht sein, ein Studium soll so angelegt sein, dass der Abschluss mit einem angemessenen Lernerfolg erzielt werden kann. Deshalb – nehmt euch in den ersten Semestern Zeit für euch und hört auf euer Bauchgefühl, die Regelstudienzeit ist nicht obligatorisch und das ist auch gut so. Nur wer weiß, wie man sich entspannt, kann frohen Mutes das Studium mit Spaß angehen. Chillt ´ne Runde!

3. Macht Party hard – oder nicht!?

Montag bis Freitag Schule, Samstag Party – das ist Geschichte. Wenn ihr hier spontan feiern wollt, findet sich an fast jedem Tag eine Möglichkeit. Gerade der Mittwoch ist in Kiel beliebt, weil man zur Mitte der Woche in der Trauma viermal im Monat eine Runde cheapen kann. Weitere Infos dazu im Link unter dem Artikel. Dazu kommen die offiziellen Semesteropenings, die Eröffnungsfeiern der einzelnen Fachschaften, die Semesterclosingpartys, zwischendrin eine Nikolausparty, ein Sommerfest, ein Frühlingsangrillevent, dreihundertzweiundfünzig Geburtstage, die Kommunion von Max Musterknabe…..Anlässe gibt es genug. Bringt euch ein und habt Spaß, aber lernt auch,  bewusst „Nein“ zu sagen, denn wer alles mitnehmen will, kann sich direkt mal für die Zwischenprüfung im 31. Semester eintragen lassen. Dennoch – seid dabei!

4. Niemals an Vorurteilen festhalten

Neben den im komisch labbrigen Pulli setz ich mich erstmal nicht, seine langen Haare und die übergroße Brille lassen Rückschlüsse darauf ziehen, dass es ein einsamer Nerd ist – wenn ich mich mit dem blicken lasse, ist mein Ruf ruiniert.

Was für den ein oder anderen aufgeklärteren Zeitgenossen selbstverständlich ist, wird für einen Ersti-Pool, der häufig noch jung ist und direkt von der Schule kommt, erst hier erlernt: Es gibt kaum interessantere Gesprächspartner als Kommilitonen, die sich im Laufe ihres Lebens ein anderes Wertesystem aufgebaut haben als wir selbst. Man muss nicht die Intention haben, einen neuen besten Freund oder eine neue beste Freundin kennenzulernen, aber allein der Kontakt mit vielleicht anders Denkenden ist für die Erweiterung des eigenen Horizonts eine echte Wonne. Probiert ´s aus!

Wer kann sie erraten?

5. Überdenkt Eure Einstellung

Man wird selten im Leben mit so vielen verschiedenen Menschentypen konfrontiert wie an der Uni. Bei 25000 Studierenden, den unterschiedlichen Fakultäten und den Kontakten mit anderen Generationen in Form von Dozenten und Professoren sind Meinungsdifferenzen vorprogrammiert und das ist auch gut so. Dadurch, dass alle möglichen Eindrücke und Weltansichten hier aufeinander treffen, bekommt ihr die einmalige Chance, eure eigene politische oder gesellschaftliche Einstellung zu überarbeiten oder gegebenenfalls sogar komplett zu ändern. Vorausgesetzt dafür ist natürlich die Befreiung von eingetrichterten Ansichten und eine stets proaktive Kommunikation. Nehmt sie wahr!

6. Knüpft Netzwerke an der Uni

Eine Universität ist wie ein lebender Organismus, der durch die Studierenden seine Existenz erhält. Eine aufgeweckte Bildungseinrichtung ist nur dann innovativ, wenn ihre Mitglieder das ermöglichen. Ohne die Fachschaften gäbe es beispielsweise keine geregelte Absprache zwischen Dozenten und Studierenden mehr, was zu Unzufriedenheit bei den Studenten führt und das Studienklima beeinträchtigt. Das wirkt sich auf die kommenden Studienjahrgänge aus und auch neue Dozenten überlegen es sich zweimal, an unsere Hochschule zu wechseln. Deshalb gestaltet den Alltag mit. Ihr müsst nicht direkt ins Studienparlament einziehen, eine Mithilfe bei der Fachschaft oder auch nur zu wissen, was gerade an der Universität passiert, macht unsere Einrichtung gleich doppelt so interessant für euch und die Stadt. Sozialisieren kann Spaß machen!

Lebender Organismus Universität

Lebender Organismus Universität

7. Schaut über den Tellerrand hinaus

Ein Tipp, der nicht direkt Anwendung finden wird, aber doch ein „nice to know“ ist, sind die Angebote für Auslandssemester. Ein halbes Jahr Politikwissenschaft in Salamanca, etwas Economía in Bogotá oder der Studiengang „Media“ an der University Tallin in Estland? – Alles möglich. Die CAU Kiel hat viele Partneruniversitäten, zu denen man schnell Kontakte vermittelt bekommt. Allerdings sollte man sich zwecks einer Förderung rechtzeitig dafür anmelden und auch selbst das Studium dementsprechend anpassen. Informationen dazu gibt es im International Center der CAU. Sprechzeiten sind dort immer montags und donnerstags von 9-12 Uhr und dienstags von 12-14 Uhr. Einen Infoflyer findet ihr auch unter dem Blogbeitrag. Auf ins Ungewisse!

8. Nehmt nicht alles so Ernst

An der Uni wird man meistens mit viel Wissen konfrontiert, das man noch nicht versteht oder nicht erlernen will. Mein Tipp: Direkt nach dem ersten Semester, in dem man keine Prüfungsleistung erbracht hat, die Facebook-Page „Erstis raus aus Deutschland“ liken.

9. Boykottiert Seminarvorstellungsrunden

Es läuft fast immer gleich. „Herr Müller, sagen Sie uns doch bitte, wie Sie heißen (Hä?), in welchem Semester Sie sind und vielleicht noch hmm warum Sie hier sind“. So, dann sagt Herr Müller, dass er Andreas heißt, im zweiten Semester ist und dass er hier ist, weil es gerade in seinen Stundenplan gepasst hat (als ich das erste Mal gehört habe, fand ich es tatsächlich noch ein bisschen lustig) – das ist die erste Hälfte der Seminargruppe. Die zweite Hälfte hat sich irgendwas Schlaues überlegt und während dann jeder Stück für Stück rhetorische Onanierung für sich betreibt, ist die erste Sitzung auch schon gelaufen. Ich würde den Ersti feiern, der sich diesem Affentheater einfach mal verweigert und sagt: „Nein, ich stell mich hier nicht vor. Punkt. Die Namen von euch kann ich mir eh nicht merken und eigentlich ist es mir auch egal – können wir anfangen oder dürfen wir für heute wieder gehen?“ Ich glaube fest daran, dass eines Tages ein Ersti diesen Mut aufbringt. Traut euch (alles)!

10. Lernt niemals neben Süßigkeiten

Der Student an sich ist ein Meister der Prokrastination. Wenn er am Internet lernt, nutzt er alternative Tabs, um zu sehen ob sich das E-Mail-Postfach innerhalb der letzten 30 Sekunden mit wichtigen Nachrichten gefüllt hat oder ob er bei Facebook die eine neue Freundschaftsanfrage bekommen hat, die sein Leben für immer verändern wird. Deswegen sagen sich viele: Ich lerne nur in Notfällen am PC, dafür aber neben einer Tüte Schokolinsen oder einer Stange „Maoam“. Das Ergebnis ist vorhersehbar. Wenn ich schon unbedingt was knabbern muss, dann am besten nix Süßes, denn man kann sich sicher sein, dass das Gehirn einen alles konsumieren lässt, bevor man die Aufgaben abgeschlossen hat. Aber für solche Fälle haben wir ja noch die leckeren Snacktipps von unserer Käthe. Bleibt gesund!

Es ist herbstlich!

Es ist herbstlich!

Links zum Beitrag:

Career Center CAU

Party im cheap cheap style

Auslandssemester über die CAU

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