Das Falsche unterm Baum? Jetzt umtauschen, gegen meine Alben des Jahres 2015

Das Jahr ist rum, ein Fazit ist möglich: Wie wäre es mal wieder mit guter Musik? Über eine schöne Platte freut sich jeder und mit meiner Top 10 der besten Alben des Jahres 2015 fällt die Auswahl im Plattenladen auch gleich sehr viel leichter.

Platz 10

placebo-mtv-unplugged-166252Interpret: Placebo
Titel:
MTV Unplugged
VÖ:
27. November
Label:
Vertigo

Einst war MTV Unplugged ein denkwürdiges Format, das uns einzigartige Konzerte von Bands und Interpreten wie Nirvana, Oasis und Bob Dylan bescherte. Mittlerweile ist die Reihe, gerade in Deutschland, mit Konzerten von Revolverheld und Cro fast beliebig geworden. Ein Glück kann nun Placebo dem Format zu altem Glanz verhelfen. Es ist sogar überraschend, dass diese Band erst jetzt ein eigenes MTV Unplugged bekommt, wird sie doch bei Live-Shows für Neuinterpretationen eigener sowie fremder Songs gefeiert. So erhalten wir nun nicht nur schöne Coverversionen von Sinead O’Connors Jackie und Pixies Where Is My Mind? sondern auch noch nie dagewesene Variationen von Songs wie Song to Say Goodbye und Every You Every Me.

Platz 9

Interpret: Vierkanttretlager
Titel:
Krieg&Krieg
VÖ:
17. April
Label:
Buback

Die Band aus Husum bleibt ihrem Stil treu. Verträumte Gitarren und schnelle Drums wie bereits beim ersten Album Die Natur Greift An bestimmen den Sound. Im Fokus stets die Verletzlichkeit der Stimme des Sängers Max Leßmann. Dabei werden härtere Töne wie Butterfahrt nach Camelot oder Wer tot ist eingeschlagen, aber auch leise und gefühlvolle Stücke, etwa Kaktusblüte und Schweigen, machen das Album aus.

Platz 8

everything-get-to-heaven-162380Interpret: Everything Everything
Titel:
Get To Heaven
VÖ:
19. Juni
Label:
Sony

Der Sound von Everything Everything ist schwer zu vergleichen, zu sehr heben sie sich durch Falsett-Gesang, zappligen Drums und Gitarren und Elektro-Einsprengseln hervor. Noch mehr als auf den beiden Vorgänger-Alben gelingt der Band eine Mischung aus Funk und Rock, bei der kein Bein still bleibt. Everything Everything sind eine erfrischende Oase in der ermüdenden Rock-Wüste.

Platz 7

troye-sivan-blue-neighbourhood-166501Interpret: Troye Sivan
Titel:
Blue Neighbourhood
VÖ:
04. Dezember
Label:
EMI

Der 20-jährige Troye Sivan hat bereits eine Menge erreicht: Weit über 3 Millionen Abonnenten schauen sich auf YouTube seine Videos an, er hat den jungen Wolverine in X-Men Origins gespielt, und beginnt nun auch eine Karriere als Musiker. Bereits im vergangenen Jahr konnte er mit seiner Electropop-Singe Happy Little Pill sein musikalisches Talent beweisen. Das Debut-Album knüpft daran an und liefert uns 10 Songs, die allesamt überzeugen: Niemals peinlich, immer gut durchdacht singt Troye Sivan von der Liebe, Homosexualität und der Heimat. Für mich die Überraschung des Jahres.

Platz 6

years-communion-162833Interpret: Years & Years
Titel:
Communion
VÖ:
10. Juli
Label:
Universal

Kein Weg führt dieses Jahr an Years & Years vorbei. Mit ihrem jugendlichen Elektropop treffen sie genau den Nerv der Zeit. Und tatsächlich sind nicht nur die Singles wie King, Desire oder Take Shelter gut durchdachte Pop-Songs, auch die anderen Lieder des Albums können sich hören lassen und sind kein bloßes Füllmaterial. Wenn Sänger Olly Alexander nun noch ein bisschen an seinem manchmal dünnen Stimmchen arbeitet, steht einer wirklich großen Pop-Band nichts mehr im Wege.

Platz 5

sizarr-nurture-160127Interpret: Sizarr
Titel:
Nurture
VÖ:
27. Februar
Label:
Sony Music

Das Trio Sizarr macht mit seinem neuen Album einen mutigen Schritt, denn der Elektropop, der das Debut bestimmte und derzeit so im Trend ist, ist im Zweitling kaum mehr zu erkennen. Als Schritt zurück kann dies jedoch nicht bezeichnet werden. Vielmehr scheint die Gruppe den Weg zu ebnen für einen weniger vollgeladenen Indie-Rock, der deshalb noch lange nicht an Kreativität eingebüßt hat. Songs wie Timesick und Baggage Man sind eigenwillig und innovativ.

Platz 4

florence-and-the-machine-how-big-blue-beautiful-161730Interpret: Florence + the Machine
Titel:
How Big, How Blue, How Beautiful
VÖ:
29. Mai
Label:
Universal

Lange mussten Fans auf ein neues Album der Indie-Rock-Göttin Florence Welsh warten. Nach vier Jahren meldet sie sich mit ihrer Band zurück und hinterlässt keine enttäuschten Gesichter. Die Lieder der neuen Platte strotzen nur so vor Pathos, und das obwohl die Songtexte diesmal deutlich weniger kryptisch ausfallen. Ein Highlight ist das lebensbejahende Third Eye: „Hey look up! / You don’t have to be ghost, / Here amongst the Living / You are flesh and blood / And you deserve to be loved und you deserve what you are given.“ Da kann man sich schon mal ein Freudentränchen wegdrücken!

Platz 3

sufjan-stevens-carrie-lowell-160660Interpret: Sufjan Stevens
Titel:
Carrie & Lowell
VÖ:
27. März
Label:
Asthmatic Kitty

Folk-Sänger Sufjan Stevens ist für extravagante Live-Shows und bombastische Studio-Alben bekannt, die stets orchestral oder wie im letzten Longplayer elektronisch instrumentiert sind. Mit dieser Eigenheit hebt sich Sufjan Stevens von anderen Vertretern seines Genres ab. Umso überraschender ist nun der neue Schritt, den der Singer-Songwriter geht. Das neue Werk ist extrem reduziert, nur seine eigene Stimme und eine Gitarre oder ein Banjo einen jeden Song des Albums. Nur sehr selten kommen andere Instrumente zum Einsatz. Dies alles mag das sehr persönliche Thema der Platte, den Tod der Mutter Carrie, unterstreichen. Gleichzeitig gelingt Sufjan damit aber ein weiterer Coup, denn jedes einzelne Stück ist wunderschön, sensibel und auf seine Weise extravagant.

Platz 2

ytcd122Interpret: Jamie xx
Titel:
In Colour
VÖ:
29. Mai
Label:
Young Turks

Bisher war Jamie xx der stille Mastermind des Indie-Trios The xx. Während die Bandkollegen Oliver Sim und Romy Madley Croft abwechselnd oder gemeinsam ans Mikrophon treten, ist Jamie für die Beats zuständig. Der Stil von The xx macht sich auch auf Jamies Solo-Debut bemerkbar, so ist der Einsatz von Steal Pans und E-Drums auch auf dieser Platte ein Erkennungszeichen. Und die Gastauftritte von Oliver und Romy Loud Places und Stranger In A Room könnten genauso gut auch Songs der Hauptband sein. Trotzdem zeichnet sich In Colour aber auch durch ganz neue Ideen und Kompositionen aus – nicht zuletzt ist (There’s Gonna Be) Good Times ein Höhepunkt von Jamies Kreativität.

Platz 1

foals-what-went-downInterpret: Foals
Titel:
What Went Down
VÖ:
28. August
Label:
Warner

Auch mit ihrem vierten Studioalbum glänzen Foals auf ganzer Linie. Härter und dreckiger sollte es diesmal werden, versichert die Band in zahlreichen Interviews. Dies ist vor allem in Titeln wie Snake Oil, dem Finale von Mountain At My Gates oder dem Titelsong What Went Down erkennbar. Gleichzeitig schlagen die Indie-Rocker aber auch seichtere Töne an und perfektionieren ihren Stadion-Sound, der im Gegensatz zu Bands wie Coldplay und Mumford and Sons auf ihren neuen Platten nicht misslingt. What Went Down ist mein Lieblingsalbum des Jahres 2015.

Das sind meine musikalischen Highlights des vergangenen Jahres. Viel Spaß beim Hören!

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