Neue Infrastruktur für Sportbegeisterte

Im Herbst 2015 trat das Start-Up Groundkeeper seinen Weg an. Die Mission: Eine organisierte Infrastruktur für alle Sportbegeisterten anzubieten. Ich traf mich in der starter kitchen des Wissenschaftsparks Kiel mit den vier Gründern. Wie sie von der ersten Idee als Studierende zur konkreten Realisierung kamen, erfahrt hier.

Die vier Köpfe hinter Groundkeeper: Jens Klimmeck, Pascal Floride, Marko Münnich, Jan-Henrik Stephan

Die vier Köpfe hinter Groundkeeper (v.l.n.r.): Jens Klimmeck, Pascal Floride, Marko Münnich, Jan-Henrik Stephan.

 

 

 

 

Mit einem Exist-Stipendium von 100.000 Euro konnten sich Jens, Pascal, Marko und Jan-Henrik die Eintrittskarten in die Selbstständigkeit sichern. Damit wurden die vier Freunde vor allem von verbindlichen Krediten und hohen Schuldenbergen entlastet. Da in den letzten Jahren die ehrenamtlichen Mitgliederzahlen der Sportvereine gesunken sind, möchte Groundkeeper den informellen Sport fördern. Dazu arbeitet das Team an einer Plattform, auf der alle Sportbegeisterten sich nach gleichem Können oder zu unterschiedlichen Ansprüchen zum Sport verabreden können. „Einfach mal‘ ne Frisbee werfen und dabei neue Kontakte schöpfen“, hebt Jan-Henrik hervor.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, zu einem Groundkeeper zu werden. Der Groundkeeper sei der Moderator und Verantwortliche für den digitalen und realen Platz. Als Ansprechpartner und Koordinatoren stünden sie dann zur Verfügung. Dadurch entstehe der Mehrwert, betont Pascal. Per Smartphone oder über den klassischen Browser soll der Endnutzer für seinen Lieblingssport die passenden Mitspieler zur richtigen Uhrzeit in seiner Nähe finden.

Von der Idee zur Umsetzung

Im bisherigen Verlauf des Start-Ups wird die geschlossene Beta-Phase im Frühjahr der erste Meilenstein sein. „Unglaublich viel Konkurrenz, aber weltweit mit dem Ansatz allein“, so schildert Pascal das Umfeld des Start-Ups. Viele Studierende träumen von der Idee sich selbstständig zu machen. Doch bleiben einige Ideen häufig auf der Strecke. Oft ist das Risiko und die Unsicherheit zu hoch. „Bescheuert genug muss man sein“, gesteht Pascal. Die einschlägige Idee kam Marko damals beim Surfen im StudiVZ. Einfach mal zu daddeln, ohne gleich in einem zwingenden Wettbewerb zu stehen, habe dem Sportstudenten gefehlt. Hier sieht er insbesondere im Vereinssport den Abwärtstrend. Erste sportwissenschaftlichen Studien hätten ergeben, dass sich der Sport immer mehr in den informellen Bereich verlagere. Im Klartext: Alleingänge auf dem Asphalt oder im Fitness-Studio dominieren den Freizeitsport. An diesem Punkt setze Groundkeeper an.

Nicht nur ein Zahnrädchen sein

Warum eigentlich selbständig machen? Jan-Henrik hatte schon nach seinem Studium der Geografie einen Job. Doch nicht immer transparente Ergebnisse vor sich zu haben, habe ihn nicht ausreichend befriedigt. In einer Firma sei der Arbeitnehmer ein „kleines Rädchen im Getriebe“. Dass nun ein eigenes Produkt von seinem Team und ihm gestaltet wird, würde ihn viel mehr motivieren. Die Methode, Fachwissen, Nebenjobs, Praktika: Für Pascal seien dies alles wichtige Einflussfaktoren zur erfolgreichen Gründung. Demgegenüber sei Zweifel natürlich ein immer wieder auftretendes Gefühl. Das sei völlig normal: „Jeden Tag ein auf und ab“, erläutert Jens.

Das Büro des Start-Ups befindet sich in der starter kitchen im Wissenschaftspark. Das Rahmenprogramm „Open Campus“ fungiert für die jungen Unternehmen als Beratungsinstanz und leistet die richtige Hilfe für den Start der innovativen Idee bis hin zur Gründung. Schwierig bleibe immer das Geld, meint Jan-Henrik. Dem fügt Pascal hinzu, dass die deutsche Förderlandschaft im Vergleich zu den USA in den Kinderschuhen stehe. „Große Firmen besitzen eine Menge Geld, aber es mangelt an Ideen, wohingegen Start-Ups viele Ideen, aber kein Geld haben“, dort sieht Marko den Knackpunkt. Groundkeeper erweist sich als eine einzigartige Idee zur Förderung von Gesundheit und Sport. Das zieht sogar erste Abschlussarbeiten an. Sebastian Bartoschik schreibt in Kooperation mit Groundkeeper seine Masterarbeit über die Finanzierung von jungen Unternehmen. „Gemeinsame Wissensgenerierung durch verschiedene Charaktere“, das sei der zentrale Kerngedanke, meint Marko.

Wer aufmerksam geworden ist, der kann Groundkeeper unter folgender Adresse finden: https://groundkeeper.net/

Ferner sind die Seiten von Open Campus und des Zentrums für Entrepreneurship einen Besuch wert: Zentrum für Entrepreneurship Kiel

Open Campus Kiel

 

 

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