Warum man LIEBER NICHT zur Kieler Woche gehen sollte

Negativ

Bald ist es wieder so weit: Kiel zelebriert das „größte Volksfest des Nordens“. Kulinarisch völlig überteuert, mit einer Menge überflüssigem Tam-Tam und Unmengen von Alkohol sucht uns die Kieler Woche heim. Für Studierende eine bittersüße Versuchung, den Uni-Alltag hinter sich zu lassen – oder sich eine Woche lang in der Wohnung zu verschanzen. Hier ein Contra-Beitrag zur Kieler Woche.

Kulinarisches Angebot

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Ich liebe gutes Essen, daraus mache ich kein Geheimnis. Der internationale Markt auf der Kieler Woche zieht mich jedes Jahr an wie ein Magnet. Während ich mir die kulinarischen Leckerbissen aus aller Welt schmecken lasse, muss mein Portemonnaie allerdings in den sauren Apfel beißen: Winzige Portionen für teilweise 8,50 Euro! Da mich in den meisten Fällen ein einzelner Teller nicht satt macht, geht es weiter zum nächsten Stand. Es kommt also durchaus vor, dass mich ein Besuch auf dem Internationalen Markt um die 20 Euro kostet. Aus diesem Grund war ich teilweise sogar sehr froh, dass ich im letzten Jahr im Rahmen meines Studiums für die Kieler Woche Onlineredaktion Beiträge produziert habe. Wer viel arbeitet, hat auch wenig Zeit für die Essensstände der Kieler Woche – mein Geldbeutel dankte es mir.

Besucherzahlen

Dass die Kieler Woche ein wahrer Menschenmagnet ist, steht außer Frage. Viele bunte Lichter, Schaubuden, Gratis-Konzerte etc. Da kommt einiges zusammen. Im Jahr 2015 konnte die KiWo stolze 3,8 Millionen Besucher verzeichnen und hatte damit sogar mehr Tagesgäste als das Oktoberfest. Bei diesen Menschenmassen ist eine hohe Wartezeit an den Ständen keine Seltenheit. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind völlig überfüllt. Mit dem Auto selbst in die Stadt zu fahren, ist nicht viel komfortabler. Im Gegenteil: Von dieser Anreise würde ich sogar vollständig abraten. Es kommt durchaus vor, dass Betrunkene auf den Straßen umhertorkeln. Außerdem ist die Parkplatzsuche nahezu vergebens. Eine Stadt im Ausnahmezustand.

Unterhaltungsprogramm

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„Habe ich da gerade Gratis-Konzerte gehört?“ – Ja, richtig gehört. Während der Kieler Woche gibt es zahlreiche Künstler/innen, Schausteller/innen, Sänger/innen und Bands für lau zu sehen. Das ist zugegebenermaßen ziemlich cool. Über die Menschenmassen sehe ich dabei auch gern hinweg, schließlich kostet mich der Spaß ja nichts. Wer allerdings, wie ich, im Jahr um die zwölf Konzerte und jeweils zwei Festivals besucht, wird schnell erkennen, dass es einen entscheidenden Unterschied gibt: Die Leute kommen aus anderen Motiven zum Konzert. Wenn ich mir eine Konzertkarte für eine Band kaufe, dann weil sie mir gefällt. Ich höre gern die Musik, kenne die Texte. Das ist bei Spontanbesuchern auf der Kieler Woche nicht der Fall. Für das richtige Konzertfeeling fahre ich daher lieber zum Hurricane Festival in Scheeßel. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Gute Bands auf der KiWo sind auf ihrer eigenen Tour noch einmal 1000 Mal besser!

Fazit

Zusammenfassend muss jeder für sich selbst entscheiden, ob die Pro- oder die Contra-Gründe überwiegen. Hier habe ich zwar den Gegenargumenten eine Menge Platz eingeräumt. Aber ich selbst bin jedes Jahr aufs Neue begeisterte Besucherin der Kieler Woche, auch wenn mein Geldbeutel darunter ordentlich zu leiden hat. Ich probiere einfach zu gern kulinarische Spezialitäten aus, wie zum Beispiel im letzten Jahr Krokodilspieß. Die Menschenmassen bin ich von meinen Konzertbesuchen ja bereits gewohnt. Für mich stellt die Kieler Woche eine gute Inspirationsquelle für interessante Speisen und zukünftige Konzertbesuche dar.

Fotos: Privat

2 Gedanken zu „Warum man LIEBER NICHT zur Kieler Woche gehen sollte

  1. Vera

    Vor 30 Jahren war die Kieler Woche ein Segelereignis mit kreativem Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt. Es gab bezahlbare Speisen
    und der Alkohol floss erst ab 18 Uhr. Heute ist die Kieler Woche leider
    zu einer fragwürdigen, kommerziellen Veranstaltung mit schlechtem Essen, zuviel Alkohol , zuviel Müll geworden.
    Lediglich in Schilksee merkt man noch, was die Kieler Woche eigentlich
    ist .

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  2. Klara

    Die Kieler Woche hat sich leider sehr gewandelt, manches zum Guten, manches zum Schlechten. Zur Kieler Woche bin ich schon seit Jahren nicht mehr gegangen, viel zu voll, zu laut und zu teuer. Konzertfeeling kommt da sowieso nicht auf, ist wohl aber auch zu viel erwartet. Seit 10 Jahren gibt es die Ballon-Sail, da werden wir dann einen Gutteil des Tages mit Musik beschallt und abends mit Feuerwerk gequält, blöd für die Anwohner, glücklicherweise ist übernächsten Sonntag dann schon wieder alles vorbei.

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