Wie überlebe ich die Bachelorarbeit? – Ein Survival-Guide

 

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Für viele Studierende ist es nun so weit: Die Zeit der Abschlussarbeiten hat begonnen – ein von den meisten gefürchtetes Ereignis auf dem Weg zur Zielgeraden des Studiums. Auch ich musste mich anlässlich meiner Bachelorarbeit mit vielen Fragen auseinandersetzen. Ein Leitfaden.

1. Das Thema

Am Anfang der Bachelorarbeit steht selbstverständlich das Thema. Um durch die gesamte Arbeitszeit motiviert zu bleiben, ist es wichtig, dass man sich für das Thema und die Fragestellung persönlich interessiert. Meistens ergibt sich schon im Laufe des Studiums, über welches Thema im Fach man noch mehr erfahren und folglich auch eine wissenschaftliche Arbeit verfassen möchte. Sollte dies nicht der Fall sein, bietet sich ein Brainstorming an. Welche Schwerpunkte interessieren mich? Gibt es in diesem Bereich noch unerforschte Bereiche? Stehe ich einer Theorie oder Hypothese kritisch gegenüber?

2. Dozent

Ist das Thema gefunden, sollte man sich sobald wie möglich um einen Dozenten bemühen. Hier sollten nicht nur Sympathien den Ausschlag geben, sondern vielmehr der Forschungsschwerpunkt. Je mehr der Dozent über dein Thema weiß, desto besser. So kann er Dir nicht nur helfen, deine Fragestellung zu überarbeiten und zu präzisieren, sondern Dir auch theoretische Tipps und Literaturhinweise liefern. Wichtig ist auch, sich bereits weit im Voraus Gedanken zu machen, welcher Dozent in Frage kommen könnte. Vor allem in den Ferien nach dem Sommersemester sind viele Universitätsmitarbeiter im Urlaub und über mehrere Wochen nicht erreichbar. Oder es kann passieren, dass der Dozent schon zu viele Deiner Kommilitonen betreut und im gewünschten Zeitraum keine Zeit mehr für Dich hat.

3. Der richtige Arbeitsplatz

Was die Wahl des Arbeitsplatzes angeht, sind die Vorlieben sehr unterschiedlich. Natürlich ist es zu Hause immer am bequemsten. Mein persönlicher Tipp ist jedoch, in die Bibliothek oder Fachbibliothek zu fahren. Dort sind alle mit Lernen oder Schreiben beschäftigt und es lauern viel weniger Ablenkungen. Auf dem Arbeitstisch werden sich nur Dinge befinden, die man tatsächlich zum Verfassen der Bachelorarbeit benötigt. Der Drang, bei der ersten Schreibblockade oder Motivationslosigkeit gleich aufzugeben, ist viel geringer, wenn man erst einmal den Aufwand betrieben hat, in die Bibliothek zu fahren – Du wirst sehen…

4. Angebote der Bibliotheken nutzen

Das größte Problem an der Bib war für mich die Tatsache, dass ich jeden Tag einen Rucksack voll schwerer Bücher dorthin transportieren musste. Um diesem Umstand vorzubeugen, sollte man sich über die verschiedenen Angebote der Bibliotheken informieren. In der Zentralbibliothek der CAU zum Beispiel gibt es im Lesesaal spezielle Bücherwägen, die man anmieten kann, um seine ausgeliehenen Bücher für einen gewissen Zeitraum aufzubewahren. Die Wägen sind abschließbar und immerhin so geräumig, das neben den Büchern auch noch anderer persönlicher Kram hineinpasst (zum Beispiel Notizen, Collegeblock, Stifte etc.). Fachbibliotheken bieten in der Regel die Reservierung eines Arbeitsplatzes an, auf dem man all seine Arbeitsmaterialien stehen und liegen lassen kann. Am besten informierst Du Dich mal bei deiner Fachbibliothek!

5. Gleichgesinnte suchen

Die Arbeitsmoral steigt, wenn man Leute hat, die im gleichen Boot sitzen. Suche Dir Kommilitonen, denen ebenfalls eine Haus- oder Abschlussarbeit bevorsteht und verabredet euch, um gemeinsam in die Bibliothek zu gehen. So machen auch die Pausen gleich viel mehr Spaß und man hat die Möglichkeit, über Fortschritte und Probleme zu sprechen. Außerdem, so jedenfalls meine Erfahrung, sorgt die Anwesenheit von bekannten Gesichtern dafür, dass man die Zähne zusammenbeißt und noch eine halbe Stunde länger bleibt. Man will sich ja vor den anderen keine Blöße geben.

6. Schreibblockaden

Bei Schreibblockaden hat es mir am meisten geholfen, mich mit Freunden und Kommilitonen über mein Thema auszutauschen. Wenn man versucht, dem anderen das Thema und den konkreten Inhalt der Arbeit zu erklären, tauchen bis vor Kurzem noch fehlende Zusammenhänge meist wie von selbst auf. Auch Verständnisfragen der anderen können helfen, eventuelle Lücken der Arbeit ans Licht zu bringen. Eine zweite Meinung zu einer Hypothese kann neue Aspekte enthüllen, die man zuvor nicht beachtet hat.

7. Verschiedene Medien nutzen

Um das Vorgehen in der Arbeit zu strukturieren und Inhalte zusammenzutragen, bieten sich verschiedene Medien an. Übersichten wie Flowcharts oder Mindmaps lassen sich sehr einfach auf Papier erstellen, ebenso wie To-do-Listen. Literaturlisten schreibe ich am liebsten auf dem Computer, da ich so viel leichter Dinge streichen und hinzufügen kann. Für die Organisation von Literatur empfiehlt sich Citavi, ein Programm in dem man nicht nur Zitate sammeln und ordnen, sondern diese auch per Mausklick in das fertige Dokument einfügen kann (inklusive Literaturangabe). Das Programm ist für Studierende der CAU und der FH Kiel kostenlos. Auf der Internetseite von Citavi könnt ihr den nötigen Lizenzschlüssel anfordern.

8. Routine entwickeln

Die Bachelorarbeit muss genauso im Tagesablauf eingeplant werden wie andere Termine und Aktivitäten. Es empfiehlt sich, feste Tageszeiten anzusetzen, während denen man an sich an die Arbeit setzen oder in der Bibliothek sein will, beispielsweise montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr. Nimmt man sich vor, innerhalb dieses festen Zeitraums etwas zu schaffen, kann man danach auch viel mehr seinen Feierabend genießen, da die Pflicht für diesen Tag erledigt ist. Gleiches betrifft die Mittagspause. Setzt man sich einen festen Termin, fällt es einem leichter auch wirklich bis zu diesem Zeitpunkt durchzuhalten. Nach wenigen Wochen hat man sich so sehr an den neuen Tagesablauf gewöhnt, dass er zum Automatismus wird.

9. Ausgleich und Feierabend

Letztendlich darf man auch unter dem Druck der Bachelorarbeit nicht das persönliche Vergnügen vergessen. Nicht zuletzt deshalb sind die festgesetzten Uhrzeiten aus Punkt 8 wichtig. Nach stundenlangem Brüten über den Büchern darf man sich dann hinterher ganz den widerstandenden Ablenkungen widmen. Egal ob Putzen, Sport, Social Media, Netflix oder Party, suche Dir etwas, das Dir Spaß macht und Dir dabei hilft, den Kopf frei zu bekommen! So kannst Du am nächsten Tag wieder frisch durchstarten.

10. Belohnung

Belohnungen können sehr motivierend sein. Stelle dir selbst etwas in Aussicht, mit dem Du Dich nach Abgabe der Bachelorarbeit belohnen willst: ein teures Kleidungsstück, eine Reise, ein Wochenendtrip oder eine Party mit Freunden. Oder auch einfach nur die Aussicht, das Studium erfolgreich gemeistert zu haben und den Traumjob zu erlangen.

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