Uniliga: Wo Schillers Freunde Fußball spielen

In der Fußball Uniliga der Christian-Albrechts-Uni spielen 24 Mannschaften unterschiedlicher Studiengänge und Hochschulen um Pokal oder Ananas. Nächste Woche ist das Finale. Wir vom CollegeBlog haben einen Spieltag begleitet. 

Eine steife Kieler Brise weht über den Rasen hinter dem Sportforum der Christian-Albrechts-Universität. Studenten genießen die Zeit nach oder zwischen Vorlesungen im Grünen. Einige Jogger laufen durch die Anlagen am Uniteich und dem Botanischem Garten. Andere kreiden gerade ein Fußballfeld ab. Vor dem Panorama der 60er-Jahre-Bauten der Hochschule laufen die Vorbereitungen für den vierten Gruppenspieltag der Fußball Uniliga.

Die Gesichter hinter der Organisation der Hobby-Liga sind Sven Gehrmann (22), schon im Trikot, und Marcus Kracht (23), noch in Zivil. Beide studieren BWL und spielen für Flugzeug Fanta. Der Name? Nun, der soll an eine Menge Fanta-Korn in den ersten Semestern erinnern. Flugzeug ist an Lokomotive Moskau angelehnt, nur im wahrsten Sinne des Wortes abgehobener.

Sven und Marcus organisieren die Uniliga.

Auf zwei frisch gekreideten Feldern finden pro Stunde je zwei Partien statt. Sechs Spiele gibt es den Abend über insgesamt. Gespielt wird mit sechs Feldspielern plus Torwart – zweimal über 25 Minuten lang. Ausgewechselt wird nach Belieben und Kondition. Die Mannschaften bilden sich aus den Studiengängen. Ein Legionär pro Mannschaft ist erlaubt. Ihre Namen sind durchweg humorvoll: Inter Maisland, Dynamo Tresen, AS Pirin oder SpVgg Arthrose United. Auch wenn die meisten Spieler Männer sind, sind auch Frauen herzlich willkommen. Uniliga bedeutet aber nicht exklusiv Uni: Mit den Muthgrätschen sind auch Muthesianer dabei, in der Vergangenheit spielten auch die FH Allstars mit.

Immer montags und mittwochs im Sommersemester treten die insgesamt 24 Teams gegeneinander an, erst in einer Gruppenphase. Die besten 16 kommen dann in die Endrunde und spielen im K.o.-System bis zum Final Four, das dieses Jahr am 10. oder 12. Juli stattfindet – je nachdem, wann die qualifizierten Mannschaften Zeit haben (siehe Update am Ende des Artikels). Die schlechtesten acht Teams haben ihre eigene Endrunde: Dort geht es nicht nur um die sprichwörtliche goldene Ananas, sondern um eine echte Frucht!

Heute sind einige Gäste an der Seitenlinie. Trotz des lockeren Kicks gibt es eine richtige Fankultur. Man munkelt, dass es sogar Ultras mit Bengalos gibt. Die Politikwissenschaftsstudenten von Partizan Polis haben sogar Aufkleber: „Gegen den Klassenerhalt“ prangt am Torpfosten und sogar an einem Pfahl vor dem Dom in Mailand.

Kurz vor Anpfiff um 17 Uhr füllt sich die Wiese hinter dem Sportforum. Die Sonne und den Wind im Rücken, nehmen Auswechselspieler, Spielerfrauen und andere Besucher auf den Bänken am Spielfeldrand Platz. Wie stehen die Chancen für Flugzeug Fanta? „Kommt darauf an, wer der Schiri ist“, lacht Sven mit einem Augenzwinkern auf den neben ihm stehenden Schiedsrichter Patrick Möller. Die Brausepiloten bringen eine gute Bilanz mit: drei Siege und ein Unentschieden. Die Sportfreunde Schiller, selbstredend Deutschstudenten, sind eher unerfahren und konnten noch keinen Punkt mitnehmen. Nebenan spielen mit Institut für Leibesübungen und Iuventus Apollinea Sportstudenten und Latinisten gegeneinander.

Flugzeug Fanta – natürlich in Gelb – beginnt stark und geht schnell mit zwei Toren in Führung. Nach sieben Minuten wird das erste Mal gewechselt. Zehn Minuten später rollt der Ball gefährlich schnell in Richtung Uniteich, wird aber im letzten Moment noch vor dem von Gänsen bewohnten Nass gerettet. Nach dem Anschlusstreffer der Sportfreunde baut Fanta die Führung kurz vor dem Pausenpfiff auf 3:1 aus.

Eine kurze Taktikbesprechung und ab in die zweite Hälfte. Flugzeug Fanta ist weiter in Torlaune und gewinnt schließlich mit 6:2. Ein so hohes Ergebnis ist gar nicht mal unüblich. Der Saisonrekord liegt bei 12:3, aber nicht alle Spiele sind so torreich, erzählt Marcus, der heute länger als sonst gespielt hat und ganz ohne Fußballvergangenheit zur Uniliga kam. Er fühlte sich heute auf der linken Seite sehr wohl. „Ein gutes Spiel, aber zu unstrukturiert“, kommentiert Sven die Mannschaftsleistung.

Und was macht den Reiz der Uniliga gegenüber Sportvereinen aus?  „Das ist ein ganz anderer Geist“, erklärt Sven. Man lernt viele sympathische Leute kennen und es ist „mehr Kicken als Kampf“.

 

Wer mitmachen möchte, kann sich entweder einer Mannschaft anschließen oder eine eigene gründen. Jedes Jahr melden sich meist ein paar Teams ab, Platz ist also da! Mannschaften können Anfang des Jahres über die Website des Hochschulangebots oder über Facebook angemeldet werden. 

 

+++ Update vom 6. Juli +++

Inzwischen stehen die Finalteilnehmer und Termine fest: Am Montag (10. Juli) findet das Final Four der Trostrunde statt, am Mittwoch (12. Juli) das Final Four der Endrunde. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

Infos zur Uniliga und aktuelle Tabellen gibt es hier.

 

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