Wie wird man eigentlich… Sportstudent?

Manche Studiengänge erfordern nur ein paar Klicks im Internet für die Bewerbung. Wenn der NC passt, ist die Einschreibung so gut wie sicher. Für andere benötigt man jedoch eine gewisse Vorbereitung, denn vor der Annahme an der Uni stehen Eignungstests an. Zu diesen Studiengängen gehört auch Sport. So gut wie jeder hat sicher schon einmal im Sportforum an der Uni gesessen und den Anwärtern auf dieses Studium bei der schweißtreibenden Prüfung zugesehen, während man selbst einen Muffin aus der Campus Suite verschlungen hat. Aber wie sehen solche Prüfungen genau aus? Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden? Und vor allem: Was treibt einen überhaupt dazu, Sport zu studieren? Diese und andere Fragen hat der Collegeblog mit Jana Seuthe (25) geklärt, die in Köln und Paderborn ihren Bachelor und Master absolviert hat.

Collegeblog: Warum hast Du Dich 2012 für das Studium „Sport, Gesundheit und Prävention“ an der Sporthochschule Köln entschieden?

Jana: Ich war schon immer sportbegeistert. Am liebsten wollte ich etwas im Bereich Gesundheit machen und hatte überlegt, ob ich Medizin studiere. Dafür hat mein Schnitt aber nicht gereicht und ich wollte nicht zwei Jahre auf einen Studienplatz warten. In dem Studiengang in Köln lernt man auch medizinische Dinge, deswegen habe ich mich dafür entschieden.

Am Anfang musstest Du eine Eignungsprüfung ablegen. Wie sah die genau aus? 

Der Test ging einen ganzen Tag. Es wurden alle möglichen Disziplinen geprüft, also Turnen, Schwimmen, Leichtathletik, Mannschafts- und Rückschlagsportarten wie Tennis, Tischtennis und Badminton. Einige Prüfungen liefen auf Zeit. Am Ende musste man einen 2-Kilometer-Lauf absolvieren.

Welche Vorbereitungen hast Du für die Prüfung getroffen?

Ehrlich gesagt habe ich mich gar nicht so viel vorbereitet. Beim Schwimmen wusste ich allerdings, dass ich das nicht gut kann und habe dafür trainiert. Dann bin ich noch ein- bis zweimal die Woche gejoggt. Mit dem Training habe ich drei bis vier Monate vorher angefangen. Bei den meisten anderen Disziplinen habe ich damit gerechnet, zumindest knapp zu bestehen. Das hat auch funktioniert: Ich bin im ersten Anlauf durch die Prüfung gekommen.

Hast Du Dich durch den Test gut für das Studium gewappnet gefühlt?

Auf jeden Fall. Ich bin der Meinung, wenn man die Prüfung nicht schafft, hätte man auch später große Probleme in der Praxis. Im Studium selbst wird nochmal ordentlich eine Schippe draufgelegt. Bei den Mannschaftssportarten wurden wir zum Beispiel in zwei Disziplinen geprüft statt in einer. Zusätzlich kamen Wahlpflichtsportarten wie Ski oder Golf hinzu.

Im Studium stehen auch ungewöhnlichere Sportarten wie Skifahren auf dem Programm.

Wie würdest Du die Machbarkeit des Studiums einschätzen?

Es gibt ein paar Prüfungen, die schwerer sind. Im ersten Semester gab es eine Anatomieprüfungen, die relativ hart war. Da sind meistens 30-40 Prozent pro Semester durchgefallen. Danach kamen aber kaum noch Prüfungen, bei denen man Angst haben musste, nicht zu bestehen.

Würdest Du Dich heute nochmal für das Studium entscheiden?

Ja, definitv! Im Nachhinein gibt es natürlich immer Sachen, die man nicht so gut fand oder die man sich anders gewünscht hätte. Die Lehre war zum Beispiel manchmal anders, als man sie sich vorgestellt hat, weil die Dozenten zum Teil nicht viel Wert darauf gelegt haben, wie sie ihre Seminare gestalten. Aber grundsätzlich würde ich es nochmal machen.

Was machst Du jetzt mit deinem Studium? 

Ich promoviere in der Sportwissenschaft und bin wissenschaftliche Angestellte an der Uniklinik Kiel. Dort arbeite ich in einem Drittmittelprojekt einer Stiftung, in dem wir ein Laufbandtraining mit Parkinsonpatienten durchführen. Dabei geht es darum, das Gangbild der Patienten zu verbessern, damit die Lebensqualität erhöht wird. Wir wollen konkrete Parameter finden, an denen sich eine Verbesserung des Gangbildes ablesen lässt.

Wie ist es zu der Promotionsstelle gekommen?

Ich habe vorher schon als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni in Paderborn gearbeitet. Mir wurde dort eine Promotion angeboten, an der ich auch Interesse hatte. Der Fachbereich hat aber nicht gepasst. Dadurch hatte ich aber schon ein wenig Einblick in die Arbeit. Daraufhin habe ich nach Stellen gesucht und mich in Kiel beworben.

Hättest Du gedacht, dass Dich Dein Studium dahin bringt, wo Du heute bist?

Nein, überhaupt nicht. Bevor ich studiert habe, wusste ich gar nicht, dass man so in die Forschung reinkommen und an der Uni arbeiten kann. Eigentlich wollte ich immer in die Praxis gehen und mit Patienten arbeite. Das mache ich jetzt zwar auch, aber nicht im therapeutischen Sinne. Während des Studiums habe ich ein Praktikum an der Sporthochschule gemacht, bei dem ich an einer Trainingsstudie mitgearbeitet habe. Das hat mein Interesse geweckt, aber es hat noch etwas länger gedauert, bis ich mich wirklich entschieden habe, in die Forschung zu gehen. Ich habe lange gezögert, weil man oft befristete Verträge hat.

Wie viele Sterne würdest Du Deinem Studium geben? 

Ich würde vier von fünf Sternen geben. Bis auf wenige Ausnahmen hatten wir wirklich gute Dozenten und ich habe sehr viel bei ihnen gelernt.

 

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