Das Leben nach dem Studium

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Keine Vorlesungen mehr, keine Hausarbeiten oder Prüfungen. Das sollte einen Absolventen glücklich stimmen. Aber wie wird das Leben nach dem Studium sein? Was möchte ich eigentlich machen? Welche Veränderungen erwarten mich? Die Wehmut nach der entspannten Studienzeit sitzt tief.

Früher sagten meine Eltern immer: „Mensch, du hast es noch gut, weil du in der Schule bist“. Erst als ich studierte, wurde mir klar, was sie damit meinten. Denn seit Studienbeginn musste ich mich um viele Dinge selbst kümmern: eine Wohnung mieten, Strom selbst bezahlen, einkaufen gehen und vieles mehr. Der Grad an Verantwortung stieg. Jetzt stehe ich am Ende meines Studiums, und erneut ist es so, dass ich erst jetzt merke, wie schön die Zeit war und wie anstrengend die kommende sein wird.

„Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.“
Schopenhauer

Es ist vermutlich der letzte Widerstand gegen das Erwachsenwerden, der in mir aufkommt. Mich erwartet ein Lebenswechsel – mit guten und mit eher gewöhnungsbedürftigen Folgen.

Chancen sehen
Parallel zu meiner Masterarbeit muss ich mir schon jetzt Gedanken um einen Job machen. Mein Multimedia-Production-Studium hat mich zum Glück breitgefächert ausgebildet, so dass ich nun recht viele Berufsmöglichkeiten habe. Doch was soll es sein: ein Volontariat, eine Trainee-Stelle oder eine Festanstellung? Selbstständigmachen ist mir zu unsicher. An der FH/Uni promovieren oder als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten wären weitere Alternativen. Ich entscheide mich für ein Volontariat, das allerdings nicht so einfach zu bekommen ist.

Also ran ans Bewerben: Zum Glück hatte ich im Studium einen Bewerbungskurs belegt; denn seit der Schulzeit hat sich einiges geändert. Ansonsten gibt es im Internet ja auch unendlich viele Möglichkeiten, sich Tipps für Bewerbungen anzulesen.

Beispiele für Online-Bewerbungshilfen:
Karrierebibel
Absolventa
Bewerbungstraining für Akademiker von der Arbeitsagentur

 

Stadtwechsel
Die Vorstellung, in eine andere Stadt zu ziehen, finde ich ganz spannend. Ich bin da recht unvoreingenommen. Auch wenn ich bereits vor der Bewerbung mit meinem Freund darüber geredet habe, ob er sich vorstellen könnte in die jeweilige Stadt mitzuziehen, ist es etwas anderes, wenn es wirklich so weit ist. Fernbeziehung ist für uns keine Option. Kaum auszudenken, wie belastend die Situation wäre, wenn mein Freund hier eine Stelle bekäme und ich eine weit weg. Aus Liebe zum anderen seine eigenen Wünsche zurückstellen würde der Beziehung nachhängen.

Ab ins Ausland
Und was passiert, wenn ich gar keinen Job bekomme? Die Angst sitzt, denke ich, in jedem Absolventen. Vielleicht hilft es dann, den Umkreis der Jobsuche zu vergrößern und ins Ausland zu gehen. Nach einer Befragung von 2011 ziehen 51 Prozent der Absolventen diese Möglichkeit in Betracht. So auch eine ehemalige Kommilitonin von mir. Sie ist gerade ein Jahr in Neuseeland. Mit Faszination und einer gehörigen Portion Neid lese ich ihren Reiseblog. Was für eine Lebenserfahrung! Aber bin ich dafür bereit? Ich müsste meine Wohnung fremdvermieten. Allein der Gedanke bereitet mir Unbehagen. Und dann ohne Ersparnisse losreisen? Das ist ja auch recht riskant, lieber spare ich mir ein paar Monate während einer Festanstellung Geld an und denke dann nochmal über einen Auslandaufenthalt nach.

Geliebte Freizeit, adé?
Gehen wir mal davon aus, dass ich einen Job bekomme, dann erwartet mich erstmal ein neuer Tagesrhythmus. 40 Stunden in der Woche arbeiten. Mir fällt es schwer hinzunehmen, dass ich  weniger Freizeit haben werde. Mit diesem Gefühl bin ich nicht alleine. Auch andere Studenten, die ich befragt habe, würden am liebsten Teilzeit arbeiten. Einfach, um auch noch andere Dinge im Leben zu machen, als zu arbeiten. Denn nach einem langen Arbeitstag landet man oft nur noch auf der Couch und ist zu schlapp, um noch irgendwas zu machen. Wie furchtbar! Und wie ungesund!

Nicht jeder Mensch erfährt über seinen Job die Selbsterfüllung, die er im Leben braucht. Manchmal sind es die Hobbies, die einen glücklich machen.

Diese Aussage hab ich sinngemäß letztens im Fernsehen aufgeschnappt und sofort zugestimmt. Sie wird noch bestärkt durch die Ergebnisse der NDR-Glücksumfrage 2013. Gesundheit, Freunde und Familie sowie Freizeit und Hobby sind wichtiger für das persönliche Glück, als die Arbeit. Es ist also wichtig, eine gute Work-Life-Balance zu erreichen.

Kein Studenten-Sparkurs mehr
Ein fester Job wird mir vor allem Sicherheit bringen. Nie wieder Studentenjobs! Nie wieder Bafög-Zuverdienstsgrenzen einhalten! Endlich eigenes Geld verdienen. Durch das geregelte Einkommen, kann ich dann auch den Studenten-Sparkurs in meinem Leben abschaffen. Einfach drauf losleben, ohne große Einschränkungen. Der Gedanke beruhigt mich.

Literaturtipps:
Zeit Campus Ratgeber „Berufseinstieg 2014“
E-Book „Dein neuer Job“(Zeit Online)
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UNICUM

Welche Gedanken habt ihr, wenn ihr an die Zeit nach eurem Studium denkt?

Ein Gedanke zu „Das Leben nach dem Studium

  1. Till

    Also ich finde es aufregend nach edem Studium. Der Alltag wird durchbrochen und man fühlt sich wieder lebendiger, weil man eben nicht weiß, was morgen ist. Aufdauer bestimmt auch anstrengend, aber für eine Weile braucht es der Mensch.

    Gruß
    Recruiting

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