„Wenn die Menschen etwas nicht sofort spüren, sind sie nicht bereit zu handeln.“

Die CAU forscht und lehrt nicht nur viel zu den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit, sie hat sich auch ein eigenes Ziel gesetzt: Der eigene Universitätsbetrieb soll bis 2030 weitestgehend klimaneutral werden. Um den eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren, ergreift das Umweltmanagement der CAU viele Maßnahmen und Kampagnen. Kürzlich hat das klik-Team (klik – klima konzept 2030) eine Interviewreihe gestartet. Renommierte Professoren erklären, warum der Klimaschutz noch ernster genommen werden muss und wie der Konsum nachhaltiger gestaltet werden kann. Die Interviews erscheinen als Gastbeiträge auf dem KN-College-Blog. Sie lesen ein Interview mit … Professor Mojib Latif. 

Er ist seit 2012 Professor für Meteorologie und Klimaforschung am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel (GEOMAR). Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre, der Meteorologie und der Ozeanographie an der Universität Hamburg habilitierte er 1989 unter anderem zum Wetterphänomen El Niño. Professor Latif wurde mehrfach für sein Umwelt- und Klimaschutzengagement ausgezeichnet, so z.B. 2015 mit Deutschen Umweltpreis. Seit Oktober 2017 ist er Präsident der deutschen Gesellschaft Club of Rome.

klik 2030: Woran forschen Sie derzeit in Richtung Klima- und Umweltschutz?

Prof. Latif: Mein Thema ist vor allem die Erforschung der natürlichen Klimaschwankungen, der anthropogene Klimawandel und welche Rolle die Ozeane, insbesondere die Meeresströmungen, dabei spielen. Gerade wenn man regionale Klimaänderungen untersuchen möchte, hängt diese stark davon ab, wie sich die Meeresströmungen ändern. Jeder kennt den Golfstrom und wenn der schwächer wird, wird das bei uns eine kühlende Tendenz geben. Das heißt nicht, dass es bei uns kälter wird, da man die Erderwärmung dagegen rechnen muss. Also wenn wir jetzt in die Zukunft blicken und angenommen die globale Erwärmung wird so massiv, dass sehr viel Eis in Grönland schmilzt und sich die Golfstromzirkulation abschwächt, dann wird die Erwärmung etwas gedämpft, aber es wird keine Nettoabkühlung bei uns geben. Die Erwärmung gewinnt immer gegenüber der abkühlenden Tendenz. Andererseits ändert sich der Golfstrom auch auf natürliche Art und Weise. Ein weiteres Beispiel meiner Forschungsaktivitäten ist das El Niño Phänomen im tropischen Pazifik, das auch viele Menschen kennen. Das Phänomen hat übrigens auch eine kalte Schwester, La Niña genannt. Während El Niño eine Erwärmung des tropischen Pazifik ist, die im Mittel alle vier Jahre auftritt, ist das Gegenphänomen La Niña eine Abkühlung. Die beiden Phänomene haben auch vielfältige Auswirkungen auf das Klima rund um den Globus. Und klar, mich interessiert auch, wie sich solche Phänomene durch den Klimawandel ändern?

klik 2030: Das klingt ja schon mal sehr spannend. Wir haben uns umgehört und die Menschen gefragt „Was würdest du einen Klimaforscher fragen?“. Die häufigste Antwort war, ob das Thema einen nicht langsam frustriert. Wie sieht es damit bei Ihnen aus? Haben Sie das Gefühl, dass sich endlich etwas ändert oder entwickelt?

Prof. Latif: Also ich kann nur sagen, wenn ich so zurückblicke, wie es vor dreißig Jahren gewesen ist. Da war ich der einsame Rufer in der Wüste. Gerade ich, als junger Wissenschaftler, hatte einen schweren Stand gegenüber den etablierten Professoren, die immer nur meinten „Was will der denn? Das stimmt doch alles gar nicht. Es hat ja schon immer Schwankungen gegeben.“ Man muss halt auch in der Wissenschaft ein bisschen Aufbauarbeit leisten, wenn ich das so sagen darf. Aber heute ist das ganze Gegenteil der Fall. Selbst viele Zweifler von damals sind mittlerweile überzeugt davon, dass es den anthropogenen Klimawandel gibt. Immerhin ist das schon ein Erfolg. Aber natürlich sind wir, was die Maßnahmen angeht, noch weit hinter dem, was eigentlich passieren müsste. Andererseits kann ich sagen, dass in Deutschland natürlich schon etwas passiert ist. Zwar nicht genug, wir hätten viel mehr machen können. Aber diese Fortschritte sind auch Erfolge meiner Kolleginnen, meiner Kollegen und letztlich auch von mir.

klik 2030: Und an welcher Stelle könnten Hochschulen Ihrer Meinung nach ansetzen oder mehr machen?

Ich glaube, Hochschulen haben drei Aufgaben. Erstens müssen Hochschulen mehr denn je, auch in der Lehrerausbildung beispielsweise, dem Postfaktischen entgegentreten. Das ist ein ganz großes Problem in der heutigen Zeit und es sind alle gesellschaftlichen Gruppen gefordert, insbesondere die Schulen aber auch die Hochschulen. Man tut an der Stelle noch zu wenig. Ich meine, jetzt ist die Zeit aufzustehen, denn in zehn Jahren könnte schon alles gekippt sein. Es ist gerade wirklich eine ganz kritische Zeit. Es kann halt nicht sein, dass wir so stumm sind. Es können große Umbrüche geschehen. Wir haben es gesehen mit dem Brexit, mit Trump. Und Gott sei Dank, wenn ich jetzt so nach Amerika schaue, sehe ich, dass die Sportler sich auflehnen beziehungsweise sich hinknien. Wir müssen uns mehr auflehnen. Gerade Institutionen wie Hochschulen müssen sich allgemein mehr einmischen.

Zweitens: Was das Klima betrifft, muss das ein Inhalt sein, der nicht nur in der Klimaforschung gelehrt und diskutiert wird. Wir versuchen hier an der CAU in der nächste Phase des Exzellenzcluster Future Ocean, an dem alle Fakultäten der Universität, sogar die Theologische, beteiligt sein werden (wenn die dritte Phase genehmigt werden sollte) alle Akteure zusammenzubringen. Es handelt sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem, das alles und jeden betrifft, daher ist eine umfassende Zusammenarbeit der Disziplinen nötig.

Der dritte Punkt ist, dass wir Lösungen entwickeln müssen. Es nutzt ja nicht, nur zu jammern. Wenn wir sagen „Wir können so nicht weiter machen“ müssen wir auch sagen „Wie sollte es dann aussehen?“. Das ist ganz wichtig und an der Stelle sind wir noch zu schwach aufgestellt, sodass wir kaum Lösungen aufzeigen können. Diese Lösungen müssen über die Fachgrenzen hinweg entwickelt werden. Das kann man nicht disziplinär hinbekommen, das muss man inter- und transdisziplinär angehen.

klik 2030: Wir hören immer, es wird wärmer, kälter, extremer. Worauf müssen wir uns Ihrer Meinung nach in den nächsten 10 – 15 Jahren einstellen oder dauert es noch bis die Veränderungen sich bemerkbar machen?

Prof. Latif: Die Veränderungen sind eher schleichend. Man muss schon so alt werden wie ich, um den Klimawandel zu spüren. Ich kann das jetzt gut nachvollziehen. Denn als ich Kind in den 1950er und 60er Jahren war, gab es noch richtige Winter mit Schnee, Eis und Eisgang auf der Elbe. Wenn das heute passieren würde, würde es eine Sondersendung im NDR geben. Daran kann man schon sehen, dass sich etwas verändert hat. Es sind aber eben Jahrzehnte, über ein halbes Jahrhundert. Wir Klimaforscher denken immer über mehrere Jahrzehnte und sehen halt die ersten Anzeichen schon. Da sind zunehmende Starkniederschläge oder der Meeresspiegel, der auch bei uns ansteigt und nicht nur an weit entfernten Küsten. So ist der Meeresspiegel in der Nordsee seit 1900 um ca. 20 cm gestiegen.

Starkniederschlag ist die eine Seite der Medaille. Wir müssen uns aber auch an mehr Trockenheit gewöhnen. Es wird Extreme in verschiedene Richtungen geben. Diese Tendenzen sehen wir auch heute schon in relativ schwacher Form. Und übrigens, das Klima ist träge. Wir haben sehr viele Treibhausgase ausgestoßen und diese werden in den nächsten Jahrzehnten ohnehin ihre Wirkung zeigen. Wenn wir heute etwas politisch beschließen, werden wir es nicht sofort merken, sondern erst in einigen Jahrzehnten. Diese Situation ist natürlich etwas verteufelt. Wenn die Menschen etwas nicht sofort spüren, sind sie nicht bereit zu handeln. Das gilt auch für die Auswirkungen des Klimawandels, denn vieles liegt weit in der Zukunft und deswegen ist kaum eine(r) bereit, jetzt etwas zu tun.

klik 2030: Und die letzte Frage: Wenn Sie sich etwas wünschen könnten, was wäre das?

Prof. Latif: Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich mir unabhängig vom Klimawandel wünschen, dass wir auf der Welt miteinander besser zusammenarbeiten. Dass Grenzen fallen. Dass das Trennende verschwindet. Nur so können wir letzten Endes auf diesem Planeten überleben. Ich meine im Kleinen funktioniert es, die kleinste Einheit ist die Familie und da rückt man auch zusammen. Es ist eigentlich immer so, auch in der Wirtschaft, dass Kooperation der Schlüssel zum Erfolg ist. Im Moment sehe ich leider die Tendenz, dass sich die Welt in eine andere Richtung entwickelt. Die Individualisierung, die Hinwendung zu mehr nationalen Interessen und so weiter. Es muss einfach wieder in die andere Richtung gehen. Und dann würden wir alle großen Herausforderungen auch meistern können. Nicht nur das Klimaproblem, sondern letzten Endes alle Menschheitsprobleme.

Das Interview führte Johanna Killing, klik 2030 – Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Oktober 2017

3 Gedanken zu „„Wenn die Menschen etwas nicht sofort spüren, sind sie nicht bereit zu handeln.“

  1. Udo Damerau

    Prof. Latif:
    „Mein Thema ist vor allem die Erforschung der natürlichen Klimaschwankungen, der anthropogene Klimawandel und welche Rolle die Ozeane, insbesondere die Meeresströmungen,

    dabei spielen.“

    Ich habe den gesamten Artikel nach den folgenden zwei temperatur-bestimmenden (darum geht es, nicht um Klima allgemein) Begriffen durchsucht:
    Atlantische-Multidekaden-Oszillation und Pazifisch-dekadische-Oszillation. (AMO / PDO).

    Diese beiden Zyklen bestimmen mit einer Peridendauer von etwa 65 Jahren zusammen mit anderen Zyklen die mittlere Temperatur auf der Erde, die als Maß für den Klimawandel gilt.
    Das sind periodische Änderungen, die ständig wiederkehren, ganz im Gegensatz zum bisher relativ konstanten Golfstrom, den er hier in den Vordergrund stellt.

    Hier zwei Darstellungen der PDO:
    https://picload.org/view/drpogcaa/zyklus-3.jpg.html
    und
    https://picload.org/view/drpogcor/zyklus-23.jpg.html
    Da es sich um periodische Abläufe innerhalb anderer Perioden handelt, ist die Zukunft berechenbar.

    Wo findet sich dieser etwa 65-jährige Ablauf im ´Klima´-Geschehen wieder?
    Hier zunächst die offizielle ´Klima´-Kurve des IPCC, womit die Global-Temperatur-Abweichungen gemeint sind:
    https://picload.org/view/dripriow/temp-1-a.jpg.html

    Und hier der Verlauf mit der PDO:
    https://picload.org/view/drpordol/zyklus-9.jpg.html

    Dort ist nun ebenfalls ein Teil eines weiteren Zyklus zu erkennen:
    Der 230-jährige Suess/de Vries Zyklus, der hier im Gesamtzusammenhang deutlich wird.
    https://picload.org/view/drpogior/zyklus-14.jpg.html

    Und die dort sichtbare, etwa 1000-jährige Periode, der Eddy-Zyklus, in größerem zeitlichen Zusammenhang:
    https://picload.org/view/drpogiwl/zyklus-2.jpg.html

    Als Konsequenz aus diesen Werten ergibt sich logisch die ´vor der Tür´ stehende´ Abkühlung, worin auch noch der 11-jährige Solar-Zyklus erkennbar ist.
    https://picload.org/view/drlaoiwl/de-vries-zyklus.jpg.html

    Es wird also in den Folgejahrzehten deutlich kälter, bei immer noch steigendem CO2, was nun hoffentlich so langsam dazu führt, dass auch der letzte bemerkt, dass es einen anthropogenen Klimawandel nie gegeben hat.

    Mehr Zeit möchte ich für diesen Einstieg in das Thema zunächst nicht inverstieren …
    An einer weitergehenden Diskussion des Themas Interessierte finden mich im Hauptteil mit meinem Klarnamen
    Udo Damerau

    Antworten
  2. Udo Damerau

    Etwas ausführlicher von der Vergangenheit her erklärt:

    Es wirken drei Arten periodischer Zyklen:
    Orbitale, solare und terristische.

    Zunächst die orbitalen Milankovic-Zyklen der letzten 800.000 Jahre:
    https://picload.org/view/drpcgwpi/zyklen.jpg.html

    Unsere aktuelle Zeit, also ´wir´, stehen ganz links.
    Es ist leicht erkennbar, dass heute alle drei Zyklen auf dem Wege ´bergab´ sind.
    Daraus ergibt sich für die Summe aller drei (mittlere Kurve) und auch für die Temperatur (unterste Kurve): es wird demnächst kalt, erheblich kalt.

    Der historische Zusammenhang wird mit diesem zeitlichen Ausschnitt deutlich; hier sind die Wechsel der Warm- und Kaltzeiten Anhang von Proxy-Daten dargestellt:
    (das untere Diagrmm ist gespiegelt, da ´heute´ bei dem oberen Diagramm rechts steht.
    https://picload.org/view/drpcrddi/kombin-1.jpg.html

    So weit die Temperatur der 400.000 Jahre, beeinflusst durch orbitale Zyklen, also Veränderungen der Erdbahn um die Sonne und Schwankungen der Erdachse.
    (ggf. Milankovic ´googlen´)
    – – – –

    Nun zu den letzten 5000 Jahren:
    https://picload.org/view/drpcpipl/zyklus-2-a.jpg.html
    Hier sind deutliche Temperaturanstiege mit etwa 1000-jährigem Abstand erkennbar; gleich mehr dazu.
    Wichtig in dieser Darstellung ist die Verbindung zu dem mittleren (B) der vorherigen Milankovic-Zyklen:
    Man kann im Auf- und Abstieg der Temperatur von ganz links nach ganz rechts den zuletzt vergangenen Zeitraum dieser Periode wiedererkennen.

    Zeitlich weiter vergrößert die letzten 3.200 Jahre und der (rote) 1000-jährige ´Eddy´-Zyklus, benannt nach dem Astronomen John Allen Eddy (1931 – 2009)
    https://picload.org/view/drpogior/zyklus-14.jpg.html
    Hierbei handelt es sich um einen solaren Zyklus, also Schwankungen in der Sonnen-Aktivität.
    Ich gehe später auf die Schwankungen der Strahlungen, die nicht nur aus Wärme bestehen, zurück)
    (Mehr zum Eddy-Zyklus bei Google)

    In dieser jeweils 1000-jährigen Periode ist eine weitere mit etwa 230 Jahren Länge enthalten:
    Der Suess / de Vries-Zyklus, ebenfalls eine solare Aktivitätsschwankung der Sonne.
    https://picload.org/view/driprcwl/zyklus-6-a.jpg.html
    Das Diagramm zeigt 170 Jahre einer Periode, in der eine weitere mit 65 Jahren Länge enthalten ist.
    Hierzu sollte man sich den Vortrag von Prof. Weiss anhören:
    https://www.youtube.com/watch?v=oB7dq6fyI-Y
    aus dem das Diagramm stammt.

    Diese 65-jährige Periode besteht aus den beiden terristischen ozeanischen Strömungs-Schwankungen AMO und PDO; der ´atlantischen-multidekadischen-´ und der ´pazifischen dekadischen´-Oszillation, die sich in Ihrer Wirkung überlagern.
    (Darauf gin Prof. Latif aber nicht ein)
    Die rote Linie im Diagramm enthält die Temperatur-Schwankungen der letzten knapp 120 Jahre, die man im IPCC-Report 2013 wiederfinden kann:
    https://picload.org/view/dripriow/temp-1-a.jpg.html

    Und wo steckt nun bei dieser Entwicklung der Einfluss des CO2, wobei zu berücksichtigen wäre, dass der anthropogene CO2-Ausstoß gegenüber dem natürlichen nicht einmal 5 Prozent beträgt. Das Gesamt-CO2 steigt und steigt und die Temperatur macht nicht mit – denn sie hat bisher nie an der Temperatur ´gedreht´.
    – – –

    Die Zukünft:
    https://picload.org/view/drlaoiwl/de-vries-zyklus.jpg.html
    Ich denke, man muss da nichts weiter erläutern, außer dass hier auch noch der 11-jährige solare ´Schwabe-Zyklus´ in gelb und rot deutlich erkennbar ist.

    Darf man das in die Zukunft ´einfach so´ fortschreiben?
    Da es sich um Zyklen, also sich regelmäßig periodisch wiederholende Vorgänge handelt, ist die Fortsetzung logisch, also erlaubt, z.B. bei den ozeanischen Schwankungen:
    https://picload.org/view/drcowdrl/zyklus-1.jpg.html
    und hier:
    https://picload.org/view/drpilppw/zyklus-7.jpg.html
    – – –

    Ich habe es nicht vergessen:
    Die solaren Schwankungen, die nicht nur aus Wärmestrahlung bestehen:
    https://picload.org/view/drpiadar/zyklus-s.jpg.html
    Inwieweit diese und welche in welcher Art steuern, ist noch unerforschrt; es scheint allerdings seit neuestem belegt, dass die Wolkenbildung und damit auch die Temperatur beeinflusst wird.

    Udo Damerau

    Antworten
  3. Udo Damerau

    Zum ´Verursacher´ CO2:

    Das IPCC schreibt in Bezug auf die CO2-Infrarot-Absorptions-Wellenlänge:
    „In der Mitte des 15-Mikrometer-Absorptions-Bereiches hat zusätzliches CO2 nahezu keinen Effekt…“
    (Quelle: IPCC-Bericht 1994)
    und weiter:
    „In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir beachten, daß wir es mit gekoppelten nichtlinearen chaotischen
    Systemen zu tun haben, und deswegen sind Langzeitprognosen von zukünftigen Klimazuständen nicht möglich.“
    (Quelle: IPCC, Third Assessment Report, 2001, Section 14.2.2.2)
    Das Zweite hier aber nur am Rande.

    Es heißt ´zusätzliches CO2´.
    Zunächst ein wenig Physik:
    https://picload.org/image/rodrricl/fenster-text.jpg

    Im ersten Zwischenbericht der Enquete-Kommission Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre vom 2. November 1988, Bundestagsdrucksache 11/3246 ist zu lesen:
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/11/032/1103246.pdf
    „Drucksache 11/3246“ Seite 190 ff:
    „Die energetisch wichtigsten Fensterbereiche sind das offene atmosphärische Wasserdampffenster (7 bis 13 Mikrometern), in dem die IR-Ausstrahlung der Erdoberfläche zumindest für Temperaturen zwischen -20°C und +50°C am größten ist.“

    Ein netter ´Versuch´
    http://www.youtube.com/watch?v=SeYfl45X1wo
    Es ist wohl einsehbar, dass ein mit CO2 gefülltes(!) Rohr die Strahlung der Kerzenflamme absorbiert, denn CO2 kann das bei kürzeren Wellenlängen als 15 Mikrometer der heißen(!) Flamme, wie oben bei ´ein wenig Physik´ mit 1175, 690 und 450 Grad gezeigt.
    Die Frage ist, an welchen Stellen die Eroberfläche nachts diese Temperatur aufweist – ich weiß keine.
    Hätte der ´Versucher´ anstelle der Kerze seine (erd-)warme Hand als infrarot-strahlendes Objekt verwendet, so wäre sie sichtbar geblieben, wie man daran erkennen kann, dass sie weniger heißen Gase über der Kerzenflamme erkennbar bleiben.

    Und das angeblich mehrfach gegenüber CO2 wirksame Methan steht mit 8 Mikrometer (140 bis 75 Grad) ebenfalls neben dem Bereich des offenen Wasserdampffensters, kann also dem Wasserdampf nur etwas von dem ´wegnehmen, was dieser sowieso absorbiert hätte.
    Das bedeutet: Methan kann keine vermindernde Wirkung auf die Wärmeanstrahlung haben.

    Zur Wirkung des CO2:
    Sie ist im Bereich von über 13 Mikrometer am linken Rand des CO2-Spektrums vorhanden:
    https://picload.org/view/ddoprali/co2-logarithm-2.jpg.html
    und
    https://picload.org/view/ddocdcrw/co2-logarithm-1.jpg.html

    Der Wirkungsverlauf ist logarithmisch, das heißt, jede weitere Steigerung hat eine geringere Wirkung = ´nahezu keinen Effekt´, wie es oben hieß; man nennt das Klima-Sensitivität, besser Temperatur-Sensitivität.
    Die Wirkung liegt bereits ab 20 ppm bei weniger als einem Grad bei CO2 Verdopplung und ist ab 300 ppm nahezu nicht mehr messbar.

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