Mein Corona-Hobby: Angeln

Die Corona-Zeit war für mich wie für viele andere, die perfekte Gelegenheit um sich ein neues pandemie-konformes Hobby zuzulegen, um die Langeweile während dieser Zeit und hoffentlich auch nach Corona zu vertreiben: Angeln. „Was Generationen von Großvätern Spaß gemacht hat, wird einem als jungem Studenten doch sicher auch Freude bereiten.“, dachte ich mir und tauchte in die Welt von Ködern, Haken, Ruten und Rollen ein.

Aktivitäten am Wasser, die man in Kiel ausüben kann. Was fällt einem da als erstes ein? Kiten, Surfen und Segeln werden einem vermutlich blitzschnell in den Kopf schießen. Fast nirgendwo in Deutschland finden sich bessere Bedingungen zum Studieren und gleichzeitig einer Tätigkeit am Wasser nachgehen. Wenn man jedoch seinen Großeltern diese Frage stellt, wird vermutlich häufiger das Wort Angeln auftauchen, als beispielsweise Kiten. Was wahrscheinlich wenige in unserem Alter wissen: Auch im Bereich Angeln ist Kiel und Umgebung eine der besten und vielseitigsten Gebiete in ganz Deutschland.

Wie der Zufall mich zum Angeln führte

Wie eingangs beschrieben, wollte ich mir ein Corona-Hobby zulegen, das bestenfalls selbstständig erlernbar, mit ausreichend Abstand durchführbar und unabhängig von anderen ist. An einem Nachmittag im Mai spazierte ich am Tiessenkai entlang und sah ein halbes Dutzend Angler dort stehen. Tiefenentspannt warfen sie ihre Köder immer wieder ins Wasser und starrten gedankenverloren auf die Förde, als dann plötzlich der erste einen Fisch am Haken hatte, war die Entspannung vorbei und mit konzentriertem Blick kurbelte er seinen Fang ans Ufer. Mich faszinierte dies, so dass mein Corona-Hobby gefunden wurde: Angler will ich werden!

Der Weg zum Fischereischein

Einfach in den Angelladen, Equipment kaufen und ab ans Wasser – so einfach geht es leider nicht. Um Angeln zu dürfen, bedarf es eines Fischereischeins, den man nach Ablegen einer Prüfung erhält. Nach kurzer Recherche und einem kurzen Anruf beim Landessportfischerverband ergaben sich folgende Optionen: Online-Kurs und Präsenzkurs, die einen systematisch auf die Prüfung vorbereiten oder selbständig lernen und nur zur Prüfung gehen. Durch Corona fiel die Möglichkeit des Präsenzkurses weg, weshalb ich mich dazu entschlossen habe mich ein Wochenende hinzusetzen und mein Glück als Selbstlerner zu versuchen. Vorteil hierbei: Das ist die schonendste Alternative für den studentischen Geldbeutel und die Ersparnisse gegenüber den Kursen konnte man in Angelequipment investieren. 

Die ersten Schritte und der erste Fang

Der Tag der Prüfung kam, Fischarten und alle möglichen Regularien zu Umwelt- und Tierschutz wurden am Wochenende zuvor gelernt, so dass diese Hürde genommen wurde und ich mich zum erlesenen Kreis der Angler zählen konnte. Nun ging es in einen der zahlreichen Angelläden in Kiel, wo man sich den Mitarbeitern gegenüber als Neuling outete und folglich viel Hilfe bei der Zusammenstellung der Ausrüstung bekam. Den ein oder anderen Tipp zum Start der Angelkarriere gab es gleich dazu.

Mit dem Fischereischein in der Tasche und der neuen Angelrute im Gepäck konnte es nun losgehen. Wo kann man denn hier eigentlich Angeln gehen? Kiel und Schleswig-Holstein allgemein bieten hervorragende Bedingungen zum Angeln. Durch die Lage an der Ostsee hat man die Möglichkeit Salzwasserfische zu fangen und in den zahlreichen Seen findet man Süßwasserfische. In Kiel kann man gut an der Förde angeln. Der Tiessenkai und der Sartorikai waren somit meine ersten Anlaufstellen, um mein Angelglück zu versuchen. Dort trifft man auch fast immer Gleichgesinnte, die man mit einem freundlichen „Petri!“ begrüßt. Mit ihnen kommt man schnell ins Gespräch und man bekommt viele Tipps und Tricks zum Angeln in Kiel und Umgebung.

Am Sartorikai kam gegen Abend der Heringsschwarm. Ein gezielter Wurf in diesen brachte auch für mich den Fisch an den Haken, so dass ich mich über meine ersten Fänge freuen konnte. Nach stundenlangem Werfen und Einholen war die Euphorie groß. Das Klischee, dass Angeln langweilig ist, hat sich nicht bestätigt. Die Stunden vergingen gefühlt in Minuten und die Zeit am Wasser war wunderbar, um die Gedanken schweifen zu lassen und das Schöne dabei ist, dass man sich nach einem entspannten Tag selbst sein Abendessen gefangen hat.

Kiel – Studieren, wo andere (Angel-)Urlaub machen

Angeln ist ein Hobby, das ich mir während der Corona-Zeit angeeignet habe und darüber hinaus wird es mich wahrscheinlich mein Leben lang noch weiter begleiten. Es stellt einen guten Ausgleich zum Alltag da, da man einfach ans Wasser geht und den Kopf ausschalten kann. Für den Start ist Kiel der optimale Ort, da man hier fast alle Arten des Angelns ausüben kann, von Fliegenfischen an der Küste bis zu Streetfishing in der Innenstadt, und dabei auf viele andere Angler trifft, die einem mit Freude neue Fertigkeiten beibringen. Man ist durchgängig am Wasser und lernt seinen Studienort nochmal mit neuen Augen kennen. Ein Tag mit der Angelrute in der Hand kam mir immer wie ein Kurzurlaub vor, was gar nicht mal so abwegig ist, da sich aus ganz Deutschland Personen in Kiel und Umgebung zum Angelurlaub einfinden. Hier bewahrheitet sich nochmal der Spruch: Kiel – Studieren, wo andere Urlaub machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.